Geislingen an der Steige BUNTE: Unter Chinesen

Geislingen an der Steige / Karsten Dyba 04.11.2016

Während sich der EU-Kommissar Günther Oettinger anlässlich seiner „saloppen Äußerung“ noch fragen muss, wie man korrekterweise über Asiaten redet, weiß die Geislinger WMF längst, wie man mit Asiaten Geschäfte macht. Mit einer neuen App natürlich! So können Chinesen künftig einfacher in den deutschen WMF-Filialen shoppen. Damit das beim Kunden auch richtig gut ankommt, habe WMF bei der Entwicklung der App sogar asiatische Bezahlmöglichkeiten und Zollgebühren bedacht, berichtet Konzernsprecher Kai Hummel stolz. In ihrer Münchner Filiale hat die WMF nun eine Pilotphase eingeleitet. Wer dort shoppt, kann sich seine Einkäufe nach Hause liefern lassen – ganz egal, wo der Kunde wohnt: „In Stuttgart oder Shanghai, in Hamburg oder Hong Kong, in Passau oder Peking“, wie es in der Konzernmitteilung heißt. Deshalb gibt es in der Filiale sogar Chinesisch sprechendes Personal, das mit dem Tablet durch den Laden geht, um den Kunden alle Wünsche zu erfüllen. Ein großer Teil der Kunden in den 170 WMF-Filialen in der Republik sind Asiaten auf Geschäftsreise. WMF verbindet die Vorzüge von stationärem Handel mit digitaler Verfügbarkeit: In den Filialen können Kunden die Waren in die Hand nehmen und sich beraten lassen. Ist das Produkt ausverkauft, nur in einer anderen Variante vorrätig oder schlicht zu schwer, kommt das Tablet zum Einsatz. Dann wird überprüft, ob der Artikel in einem der Lager der WMF verfügbar ist und versandt werden kann. Ein Modell vielleicht auch für Geislinger Einzelhändler? Die müssten etwas Chinesisch lernen. Zumindest Fach-Chinesisch. WMF nennt sein Modell nämlich „Multichannel-Strategie“. „Die Kunden müssen so nicht länger selbst im Online-Shop suchen, sondern können den Einkauf direkt in der Filiale abschließen“, sagt Hendrik Koepff, als „Head of Digital Business Development and Portal Management“ auch ein Fach-Chinese. Karsten Dyba

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