Bundestagswahl Leser fragen Bundestagskandidaten: Wie sieht es mit der Ökobilanz aus?

Am 24. September ist Bundestagswahl.
Am 24. September ist Bundestagswahl. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / SWP 23.08.2017
Leser aus dem Kreis Göppingen schicken unserer Redaktion Fragen, die Bundestagskandidaten antworten.

Martin Storz aus Geislingen fragt: Die E-Mobilität bis 2030 ist ja ein hohes Ziel. Aber stellen Sie sich mal die Menge an Strom vor, die dann benötigt wird! Abgesehen von den Leitungen, Zapfstellen und Wartezeiten. Haben Sie eine Vorstellung der Ökobilanz? Wenn schon die Elektroheizung in Frage gestellt wird? Wie wollen Sie das sicherstellen?

Hermann Färber (CDU): Wichtig ist, dass bei E-Mobilität Ökostrom eingesetzt wird. Es ist sinnlos, die Emissionen nur von Göppingen nach Altbach zu verlagern. Forschung und Entwicklung dürfen sich deshalb nicht nur auf einzelne Fahrzeugtypen fokussieren, wir müssen vielmehr neue Verkehrskonzepte für die Städte erstellen.

Heike Baehrens (SPD): Eine ehrliche Ökobilanz ist nötig und es ist klar, dass zunächst die Infrastruktur für mehr E-Mobilität wachsen muss. Aber ich gehe davon aus, dass das E-Auto nur e i n Baustein unter anderen sein wird, um die Mobilitätsfragen der Zukunft zu beantworten. Auch ein verbesserter ÖPNV muss dazu gehören.

Dietrich Burchard (Grüne): Die letzten Jahre wurde die unter Rot/Grün begonnene Energiewende ausgebremst. Die Grünen wollen das ändern. Regenerative Energie, dezentral erzeugt, ist ausreichend vorhanden und preiswert. Mit einem zeitgemäßen Energiemanagement können Fahrzeuge als Abnehmer für überschüssige Energie dienen.

Hans-Peter Semmler (FDP): Wir sehen in der zwangsweisen Einführung von Elektroautos keine geeignete Klimaschutzstrategie. Deren ökologische Bilanz ist schlechter als die eines effizienten Verbrennungsmotors. Ziel ist die ergebnisoffene Erforschung neuer Technologien für eine nachhaltige Energiewende. Komplett ohne Ideologie!

Volker Münz (AfD): Ein Verbot des Verbrennungsmotors ist sozialistische Planwirtschaft, die Hunderttausende Arbeitsplätze und Mobilitätseinschränkung kosten wird. Nach einer aktuellen schwedischen Studie verursacht die Herstellung einer Autobatterie so viel CO2 wie ein Verbrennungsmotor in acht Jahren.

Christel Beck (MLPD): Konsequenter Klimaschutz, Umstellung auf erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Ausstieg aus der Müllverbrennung gegen die lebensfeindliche Politik des internationalen Finanzkapitals. Gemeinsam mit Umweltkämpfern leisten wir aktiven Widerstand und sagen Klima -und Umweltzerstörung den Kampf an.

Konstantinos Katevas (Linke):

Die Linke setzt nicht alleine auf E-Mobilität, sondern auch auf Alternativen wie Gas, Wasserstoff etc. Selbstverständlich gehört grundsätzlich die Frage bei jeder Produktion nach der späteren Entsorgungsmöglichkeit gestellt. Wir setzen verstärkt nicht auf den Individualverkehr, sondern auf den ÖPNV.

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