Friedhof Bürger wollen pflegeleichte Gräber

Böhmenkirch / Hartmut Schäfauer 02.06.2017

Der Wandel in der Bestattungskultur hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Dieser Trend ist auch in Böhmenkirch eindeutig erkennbar. Neue Bestattungsformen werden nachgefragt und sollen bei der Friedhofsentwicklung berücksichtigt werden. Mit dieser Problematik beschäftigte sich der Böhmenkircher Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend. Friedhofsberater Joachim Ebinger gab im Gremium konkrete Empfehlungen bezüglich neuen Bestattungsformen und künftigen Friedhofsentwicklung.

So geht statistisch der Trend in Böhmenkirch und den Teilgemeinden eindeutig hin zu Urnenbestattungen. In 2016 erfolgten 18 Erdbestattungen (2009 waren es noch 26) und 23 Urnenbestattungen (2009 : 18). Die aktuelle Entwicklung geht hin zu Friedwald- oder Baumbestattungen auf Friedhöfen. Bundesweit gibt es auch 66 Ruheforst-Standorte, erläuterte Ebinger. Neue Grabarten zur Urnenbestattung sind Röhrengräber oder Erd-Rasengräber – beispielsweise in kreisförmiger Anordnung mit einer Stele für Namensschilder.

Joachim Ebinger empfahl den Räten und der Verwaltung „eine zeitnahe Einführung neuer Bestattungsformen – die Bürger warten darauf“. Ein wichtiger Punkt für den Friedhofsberater ist, dass neue Gräberfelder pflegeleicht angelegt werden. Häufig wird die Pflege der Grabstellen einem qualifizierten Friedhofsgärtner übertragen. Die Kosten hierfür sind im Grabpreis meist enthalten, betonte Ebinger. Für einfache Boden- und Erdbestattungen empfiehlt der Fachmann Bio-Urnen, die im Erdreich verbleiben können. Eingefasste Gräberfelder mit einer Rasenkante erleichtern zudem die Pflege der Friedhofsanlage.

Chance zur Neugestaltung

Bei der Friedhofsplanung besteht für Ebinger die einmalige Chance für eine Neugestaltung und zweckmäßige Gräberbelegung. Eine Wiederbelegung von Grabflächen sollte möglichst zusammenhängend geplant werden, um einen „Flickenteppich“ zu vermeiden.

Zudem muss der Pflegeaufwand im Friedhof und die Frei­flächen vor den Friedhofsmauern für den Bauhof reduziert werden. Die Friedhofsmauer sollte erhalten bleiben. Dazu müssen aber die Deckplatten abgedichtet werden, um hohe Sanierungskosten bei Schäden zu vermeiden.

Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats soll Joachim Ebinger einen Vorschlag zur Friedhofsentwicklung ausarbeiten. Der Gemeinderat und die Verwaltung werden Vorschläge diskutieren im Rahmen der Vorgabe „Was wollen die Bürger?“, so Gemeinderätin Bühler-Maletycz.