Geislingen Brandschutzwache am Michelberg-Gymnasium

Geislingen / Michael Rahnefeld 17.05.2018
Da im sanierten Michelberg-Gymnasium die Brandschutzanlagen nicht funktionieren, patrouillieren jetzt Sicherheitsleute durchs Gebäude.

In der vergangenen Woche waren es zwei Mitglieder der Geislinger Feuerwehr, jetzt sind es Angestellte einer Sicherheitsfirma, die täglich im Geislinger Michelberg-Gymnasium (MiGy) Brandsicherheitswache halten. Der Hintergrund dieser Präventivmaßnahme: Mängel im Brandschutzkonzept des für viel Geld sanierten Gebäudes. Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer dazu: „Wir gehen kein Risiko ein.“

In Abstimmung mit dem Göppinger Landratsamt wurde laut eines Rundschreibens des Geislinger OB vom 9. Mai veranlasst, bis zur Fertigstellung eines funktionierenden Systems eine menschliche Brandschutzwache einzusetzen. Der Brief, in dem über die Mängel im Brandschutzsystem informiert wird, wurde von Schulleiter Heiner Sämann an die Eltern der Michelberg-Gymnasiasten weitergeleitet.

Bereits in der Sitzung des Geislinger Gemeinderats hatte die Geislinger Stadtverwaltung informiert, dass bei einer Begehung des Gebäudes am 22. Januar Mängel bei der „Umsetzung des Brandschutzkonzeptes“ festgestellt wurden. Zur Klärung des Sachverhaltes habe dann am 6. Februar ein Gespräch mit dem beauftragten Brandschutzsachverständigen, mit der Baurechtsbehörde der Feuerwehr und dem Stadtbauamt stattgefunden. Auch Kreisbrandmeister Michael Reick wurde konsultiert. Um überhaupt noch einen Schulbetrieb gewährleisten zu können, musste sehr schnell gehandelt werden. Laut Rundschreiben des OB wurde die Brandmeldeanlage des MiGy direkt auf die Leitstelle Göppingen aufgeschaltet, interimsweise auch auf den Einsatzleiter vom Dienst in Geislingen. In einem Testlauf wurden die Lüftungsanlagen not­abgeschaltet, wobei es wohl Störungen gab, die jetzt behoben werden. Auch Nach­besserungen an einer Durchsageanlage im Schulgebäude sind notwendig. Die Brandsicherheitswache war laut OB Frank Dehmer am 9. Mai im Schulhaus erstmals präsent.

Wie aus dem Brief von Dehmer ebenfalls hervorgeht, wurden für den Zeitraum von vier bis fünf Wochen, in dem nun die Brandschutztechnik auf Vordermann gebracht werden soll, auch Räumungsübungen angesetzt. Heute bestätigte der Geislinger OB noch einmal auf Anfrage der GZ, dass er ab heute mit einem Zeitraum von vier bis fünf Wochen rechnet, bis die Umbau- beziehungsweise Nachrüstungsarbeiten abgeschlossen sind.

Schulleiter Heiner Sämann hat das Infoschreiben des OB an die Eltern der Schüler durch eigene Zeilen ergänzt und noch einmal darauf hingewiesen, dass Feuerwehrleute beziehungsweise Sicherheitsleute während der Unterrichtszeiten durchs Schulgebäude patrouillieren. Er weist zudem darauf hin, dass zusätzlich zu den  pflichtgemäßen Übungen zu Beginn des Schuljahres Evakuierungsübungen durchgeführt werden.  „Diese Maßnahme soll die Schülerinnen und Schüler und auch Sie, liebe Eltern, nicht verunsichern oder gar Ängste hervorrufen, unser Schulgebäude sei nicht sicher. Im Gegenteil, diese Vorgehensweise, die von oberster Behörde angeordnet wurde,  trägt zur Sicherheit aller Nutzer des Schulgebäudes bei, solange wegen des Umbaus der Brandschutzeinrichtungen aufgrund der festgestellten Mängel eine Brandmeldung beziehungsweise die Flucht- und Rettungswege etwas eingeschränkter nutzbar sind“, schreibt Sämann den Eltern. Und ergänzt: „Sobald die Nacharbeiten beim Brandschutz beendet sind, werden wir auf die Sicherheitsleute wieder verzichten können.“

Der OB indes räumt ein, dass es „sicher noch Diskussionsbedarf“ darüber gibt, wer letztlich die Kosten trägt für die Umbau- und Nachrüstmaßnahmen. Denn entweder wurde falsch geplant oder falsch eingebaut.