Biogas Biogas-Aufbereitungsanlage: ENBW improvisiert bis Filter eingebaut sind

Türkheim / JOCHEN WEIS 19.02.2016
Die Biogas-Aufbereitungsanlage bei Türkheim bekommt eine Filtertechnik gegenGeruchsemissionen. Wann das Ganze in Betrieb geht, lässt sich noch nicht genau sagen. Bis dahin improvisiert Betreiber ENBW.
Noch ist das Problem nicht behoben, noch schwappt immer wieder mal aus dem Gewerbepark bei Türkheim eine übel riechende Luftblase über Teile des Fleckens. Ausgangspunkt ist die Biogas-Aufbereitungsanlage des Energieversorgers ENBW. Aus der entweicht sogenanntes Schwachgas über ein Sicherheitsventil, sobald von der benachbarten Biogasanlage nicht ausreichend Rohstoff nachströmt und die ENBW-Anlage abschaltet. Dieses Schwachgas verursacht den Gestank, denn es ist ein Gemisch unter anderem aus Kohlendioxid und Stickstoff, aber auch geringen Restmengen Methan und Duftmolekülen.

Der Konzern will diesem Problem nun mit Filtervorrichtungen Herr werden  – „wir haben darauf gedrängt, dass es schnell geht“, sagt Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer, der sich unlängst zum Gespräch mit den Verantwortlichen traf. Eine schnelle Lösung ist auch im Interesse der ENBW, wie Konzernsprecherin Dagmar Jordan schon in der Vergangenheit mehrfach versichert hat. Allerdings lässt sich das zeitlich noch nicht genau festnageln.

Die ENBW erarbeite derzeit mit dem Anlagenhersteller und weiteren Anbietern technische Lösungen, um „Geruchsemissionen der Aufbereitungsanlage auszuschließen“, erläutert Jordan. Kurzum: Der Gestank soll mittels technischer Auf- und Nachrüstung drinnen bleiben. Wobei der Schwerpunkt eben auf der Filtertechnik liegen soll, „die anderen Dinge betreffen eher die Abstimmung der Anlage und die Prozessoptimierung“.

Dennoch bleibt ein Haken: Genannte Lösungen „müssen vor der Umsetzung durch die zuständige Genehmigungsbehörde genehmigt und in der Regel durch Sachverständige abgenommen werden“. Deshalb, sagt Jordan, lasse sich eben keine konkrete Aussage über einen genauen Zeitpunkt machen.

Was jedoch nicht heißen soll, dass der Konzern bis dahin Däumchen zu drehen gedenkt: Bis die neue Technik eingebaut ist, wird die Aufbereitungsanlage nicht mehr im Schwachlastbetrieb betrieben, versichert Jordan. Schwachlastbetrieb bedeutet, dass die Anlage am unteren Limit arbeitet – mit jenem Minimum an Biogas, das es braucht, damit die Anlage arbeiten kann, das aber in den Wintermonaten bisweilen nicht in der benötigten Mindestmenge zur Aufbereitungsanlage strömt. Was laut ENBW den Grund hatte, dass im Winter beim direkt benachbarten Lieferanten Schradenbiogas die Menge der angelieferten Lebensmittel-Abfälle schwankte, dem Rohstoff fürs Biogas.

Damit hängt denn auch zusammen, dass „die An- und Abfahrvorgänge auf ein Minimum reduziert“ werden sollen, um so das Problem bei der Wurzel zu packen. Auch Dehmer bestätigt: „Wir haben die Zusage, dass bei Störungen die Anlage abgeschaltet wird.“

Außerem will sich die ENBW mit dem Anlagenhersteller kurzschließen, wenn sie die Anlage anfährt, und steht dabei auch in Kontakt mit Schradenbiogas. Jordan: „In Summe wird das Risiko von Geruchsemissionen durch diese organisatorische Maßnahme drastisch reduziert.“

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