Dort, wo der Pächter des Altenstädter Biergartens eine Schirmbar aufstellen wollte, herrscht „absolutes Bauverbot“. Dies teilte Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer auf Anfrage der GEISLINGER ZEITUNG mit. Der Standort liege inmitten des HQ-100-Gebiets, also Überschwemmungsgebiets, an der Fils. Das unterscheide den Bereich unter anderem von dem Standort der Schirmbar „Zur Wald-Marie“ in Donzdorf, die sich im Außenbereich eines Lokals befindet. Der Betreiber des Biergartens Unter den Linden, Mark Semmler, hatte im Gespräch mit der GZ die Donzdorfer Schirmbar als Beispiel genannt.

Der Biergartenbetreiber hatte zudem auf Facebook bereits kurz veröffentlicht, warum die Stadtverwaltung für das Aufstellen des Pavillons keine Genehmigung erteilt. Daraufhin hatten zahlreiche Facebook-User in ihren Kommentaren Kritik an der Entscheidung geäußert. Unter anderem kam der Aspekt auf, ein Pavillon könne man bei Hochwassergefahr schnell zurückbauen, was auch Semmler im Gespräch mit der GZ angebracht hatte. OB Dehmer sagt dazu: „Fragen Sie mal bei den Menschen nach, die bei Starkregenereignissen mit plötzlich auftretendem Hochwasser Erfahrung gemacht haben, wie lange sie sich darauf vorbereiten konnten. Die werden hier etwas anderes zu berichten haben.“ Die Pegelstände der Fils stiegen schnell an und Hochwasser sei insbesondere im Oberen Filstal keine Seltenheit, erklärt Dehmer weiter.

Frühere Einwendungen von Nachbarn zum Biergarten

Doch der Hochwasserschutz ist nicht der einzige Punkt, mit dem der OB die Entscheidung der Stadtverwaltung begründet – auch die Konzession des Biergartens spielt eine Rolle: Darin seien gewisse Aspekte aufgrund von „Einwendungen aus der Nachbarschaft“ festgehalten, die bereits bei der Genehmigung zur Anfangszeit des Biergartens aufgekommen seien. „Eine Ausdehnung des Betriebs auf das ganze Jahr würde dieser Intention völlig widersprechen“, macht das Geislinger Stadtoberhaupt klar.

Dehmer äußert auch Bedenken bezüglich der Ästhetik: Eine Schirmbar zusätzlich zu den zwei Holzhütten, die in dem Bereich nahe der Fils stehen, sehe er „nicht gerade als eine Aufwertung des Platzes bei der TVA-Halle“.

Einen Kompromiss bietet die Stadt dem Biergartenbetreiber trotzdem an: „Sporadisch – an ein, zwei Wochenenden im Winterhalbjahr – könne Semmler eine Schirmbar aufstellen, heißt es von Seiten des OB.

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