Wirtschaft Solarbier: Sonnenradler aus der Kraft der Sonne

Mit passend sonnengelber Sonnenbrille: Brauerei-Geschäftsführer Christoph Kumpf (links) und Albwerk-Chef Hubert Rinklin stellen das neue „Sonnenradler“ vor. Ein Bier, das ausschließlich  mit Solarstrom hergestellt wird.
Mit passend sonnengelber Sonnenbrille: Brauerei-Geschäftsführer Christoph Kumpf (links) und Albwerk-Chef Hubert Rinklin stellen das neue „Sonnenradler“ vor. Ein Bier, das ausschließlich mit Solarstrom hergestellt wird. © Foto: Schwabenpress
Geislingen / Günter Hofer 17.04.2018
Die Geislinger Kaiser-Brauerei stellt jetzt Solarbier her. Das neue „Sonnenradler“ wird ausschließlich aus regenerativem Solarstrom produziert.

Die Geislinger Kaiser-Brauerei braut ab sofort auch sonnig. „Sonnenradler“ heißt ein neues Produkt, das jüngst im neuen Gebäude des Geislinger Energieerzeugers Albwerk vorgestellt wurde.

Mit dem neuen „Sonnenradler“ ist die Kaiser-Brauerei der Gruppe der Solarbier herstellenden Brauereien beigetreten. Beim „Sonnenradler“, selbst das neue gelb gehaltene Etikett strahlt Sonne aus, handelt es sich um das erste schwäbische Solarbier.

Geschäftsführer Christoph Kumpf wagt sich sogar noch einen Schritt weiter: „Wir sind die erste Brauerei in Württemberg, in Baden gibt’s schon einen Mitbewerber.“ Mit dem „Sonnenradler“, das es vorerst nur in der kleinen 0,3-Liter-Flasche geben wird, baut die Kaiser-Brauerei den Schritt beim eingeschlagenen Weg des nachhaltigen Wirtschaftens weiter aus. Dazu gehört die schrittweise Umstellung von fossilen, CO2-lastigen Energieträgern auf umweltfreundliche regenerative Energien. Bereits zum 1. Januar 2018 stellte die Brauerei ihren gesamten Strombezug mit dem Albwerk auf 100 Prozent Ökostrom um. Energieeinsparungspotenzial wird nach Auskunft von Christoph Kumpf in der Brauerei nicht nur gesucht, sondern auch realisiert. Noch in diesem Jahr wird die Kälteanlage für etwa eine halbe Million Euro umgerüstet, um langfristig dadurch etwa 30 Prozent an Energie einzusparen. Regenerative Energie im Braugewerbe ist für Kumpf wichtiger denn je. Die Bierbrauer, so Christoph Kumpf, spüren die Auswirkungen des Klimawandels. Nach der überstandenen Insolvenz steht die Kaiser-Brauerei seit einem halben Jahr wieder auf eigenen Füßen mit positiver Tendenz. Biertrinker im Filstal greifen wieder zunehmend auf das Bier aus Geislingen zurück, heißt es bei den Verantwortlichen.

Bei der Entwicklung des neuen Naturradlers, eine Erfrischung für die Sommermonate aus Limonade und dem traditionellen 1881 Kaiserbier, haben die drei Braumeister Ulrich Rink, Lothar Glauner und Max Meusel – Letzterer ist seit Januar neu in Geislingen – mitgearbeitet.

Sonnenstrom gehört beim Geislinger Albwerk schon lange ins Portfolio. der Geislinger Albwerkchef Hubert Rinklin zeigte sich erfreut darüber, dass nun auch der langjährige Partner Kaiser-Brauerei den Weg zur regenerativen Energie eingeschlagen hat und dass die Präsentation des neuen Produktes aus der Kaiser Brauerei im neuen Albwerk-Gebäude erfolgt. Die Vorstellung des neuen Getränks war die erste externe Veranstaltung im neuen Gemäuer.

Als Rinklin erstmals von der geplanten Produkt-Einführung in seinem Haus erfahren hat,  „war er geplättet“, sagt er selbst. „Was soll das sein?“, war sein erster Kommentar. Er ließ sich von Zahlen, Daten und Fakten während einer Autofahrt überzeugen und war dann begeistert. Die Begeisterung war auch in seinem Grußwort am Donnerstag zu spüren. Mit der passenden grell gelben Sonnenbrille auf der Nase, dem „Sonnenradler“ in der Hand, und einem toi toi toi war die Partnerschaft symbolisch besiegelt.