Sicherheit im Alltag, so lautete das Thema eines Vortrags, zu dem der Geislinger Stadtseniorenrat kürzlich eingeladen hatte. Der Reigen der Untaten und die Raffinesse von Kriminellen, um älteren Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, sind groß – das weiß Polizeihauptmeister Ralf Liebrecht aus seiner langjährigen Arbeit im Bereich Kriminalprävention beim Polizeipräsidium Ulm.

Besuche an der Haustüre, dreiste Telefonanrufe und gefälschte E-Mails seien Bereiche, in denen es gelte, besonders misstrauisch und wachsam zu sein. Dies sind Liebrechts Ratschläge:

● Vorsicht, wenn es an der Tür klingelt und jemand um ein Glas Wasser bittet oder telefonieren will. Mit diesem Trick verschaffe sich meist unbemerkt eine weitere Person Zugang. „Stellen Sie sich immer die Frage: Warum klingelt die Person gerade bei mir?“, sagte Liebrecht. In der Nähe sei meist eine Apotheke, ein Restaurant oder ein Geschäft, an das man sich auch wenden könne. Liebrecht rät, Fremde nie in die Wohnung zu lassen und vor dem Öffnen der Tür unbedingt die Fangkette oder den Türsperrbügel anzulegen.

● Wer sich an der Tür als Amtsperson ausgibt, solle erst mal seinen Ausweis zeigen, empfiehlt Liebrecht. Am besten frage man nach dem Namen und rufe bei der angegebenen Stelle an – sei es bei der Polizei oder einem anderen Amt –, um den Besuch zu bestätigen. „Ganoven sind dann schneller weg als Sie schauen können“, sagte der Polizist schmunzelnd.

● Betrüger versuchten zunehmend per Telefon Senioren hereinzulegen, etwa, indem sie sich als Enkel in Not ausgeben. Bei zweifelhaften Anrufen solle man sich auf gar nichts einlassen und einfach auflegen, rät der Experte.

● Betrüger nutzten häufig auch E-Mails mit gefälschten, aber täuschend echt aussehenden Banken- und Firmenlogos, um an Geld zu kommen. „Im Zweifelsfall die E-Mail nicht aufmachen, sondern löschen“, rät der erfahrene Kriminalist und Berater.

Drei Filme zu den Themen Taschendiebstahl, Enkeltrick und Wohnungsbesuch rundeten den interessanten und zugleich unterhaltsamen zweistündigen Vortrag ab, für den die Zuhörer viel Applaus spendeten. Wolfgang Kehrer, der Vorsitzende des Stadtseniorenrates, bedankte sich bei Ralf Liebrecht, drückte allerdings sein Bedauern darüber aus, dass nicht mehr als ein Dutzend Zuhörer erreicht werden konnten.