Pumpstation Besucheransturm aufs Wasserwerk

Bad Überkingen / BERNWARD KEHLE 24.03.2014
Die sieben Mitarbeiter des Wasserzweckverbands Ostalb sind am Sonntag kaum zur Ruhe gekommen. Annähernd 1000 Besucher stürmten regelrecht das technische Museum „Alte Pumpstation“.

Wassermeister Martin Pulvermüller kam am Sonntag kaum nach, um am Tag der offenen Tür im Wasserwerk Bad Überkingen den interessierten Besuchern die alte Technik und Apparaturen der Pumpstation zu erklären. Dicht gedrängt standen die Wissbegierigen etwa um die Kolbenpumpen mit ihren Holzzahnrädern aus dem Jahr 1881. Von Pulvermüller, der auch Museumsleiter ist, erfuhren sie, wie diese Maschinen einst das Wasser vom Tal auf die Höhen der Aufhauser Alb und nach Oberböhringen pumpten. Bis die erste Albwasserversorgungsgruppe 1871 in Betrieb ging, herrschte regelmäßig große Wassernot auf der Schwäbischen Alb. Das Wasser musste in Trockenzeiten mühsam und nicht selten unter Gefahr für Leib und Leben von Menschen und Zugtieren aus den Bächen und Quellen der Täler auf die Hochfläche geschafft werden.

Wie der Technische Leiter Walter Banzhaf erklärte, lief die alte Kolbenpumpe bis 1993 und kann heute noch zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen werden. Auch schon „in die Jahre gekommen“ ist die MAG Francis Turbine – Baujahr 1932. Sie läuft immer noch zuverlässig, bezieht ihr Wasser aus dem Triebkanal von Hausen her und erzeugt jährlich 350.000 Kilowattstunden Strom. Dieser wird zum Teil im modernen Wasserwerk verwendet oder auch ins öffentliche Netz eingespeist. Alle 3500 Stunden muss die Turbine geölt werden. Blitzblank polierte Ölkännchen zeugen von der damaligen manuellen Schmierung der Turbine.

Ganz fasziniert von dieser Turbine war auch der fast 90-jährige Hermann Hötzel aus Deggingen. Er erzählte stolz, dass das familieneigene Sägewerk, das 1897 gebaut wurde und das anfangs noch mit einem Wasserrad angetrieben wurde, im Jahr 1905 auch eine solche MAG-Turbine erhielt, die als Triebwerk Nummer 27 von Wiesensteig her ihren zuverlässigen Dienst getan hat.

Heute befördern moderne Kreiselpumpen 15 Liter Wasser in der Sekunde auf eine Höhe von 300 Metern, erläuterte Banzhaf. Gespeist werden damit die Hochbehälter Bad Überkingen, Hausen, Unterböhringen, Aufhausen und Oberböhringen. Für ihren Betrieb benötigen sie 1,7 Kilowattstunden Strom in der Stunde, um beispielsweise einen Kubikmeter Wasser auf die Alb zu pumpen. Das moderne Wasserwerk wurde 1990 in Betrieb genommen. Auch dort herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Mitarbeiter des Zweckverbandes standen parat, um zu erklären, warum die zwei großen Filterkessel benötigt werden und was sie für eine Aufgabe haben.

Sehr zufrieden mit dem überwältigenden Besucherzulauf war Geschäftsführer Uwe Geiße. Dass nicht nur Besucher aus der näheren Umgebung in die Pumpstation gekommen waren, konnte man an den unterschiedlichsten Autokennzeichen ablesen. Für das leibliche Wohl sorgten Schüler der Klasse 8 c der Schubart-Realschule. Sie verkauften mit einigen Eltern innerhalb weniger Stunden 250 Grillwürste und 50 Steaks. Der Erlös kommt der Berlin-Klassenfahrt im nächsten Jahr zugute.

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