36 Mal mussten die Bergretter der DRK Bergwacht Württemberg im April ausrücken, um verunglückte Wanderer und Mountainbiker zu retten. Besonders gefordert waren laut einer Pressemitteilung die Bergwachten Geislingen-Wiesensteig, Göppingen und Pfullingen. Sie mussten jeweils sechsmal ausrücken, teils bis zu zweimal am Tag.

Wanderin auf Franziskusweg in Deggingen versorgt

Am ersten Maiwochenende waren die Bergretter aus Geislingen-Wiesensteig und Göppingen bereits etwa insgesamt dreimal im Einsatz. Eine Wanderin brach am 3.5.20 auf dem Franziskusweg bei der Kapelle Alt Ave in Deggingen aufgrund von Kreislaufproblemen zusammen. Bergretter brachten den Notarzt inklusive Ausrüstung über einen schmalen und steilen Pfad direkt zur Patientin, teilt die Bergwacht mit.

Nach der medizinischen Versorgung transportierten die Bergretter die Frau in der Gebirgstrage zum Rettungswagen, der an der Wallfahrtskirche Ave Maria bereitstand und die Patientin in eine Klinik brachte.

Wohnhaus nur über steilen Pfad zu erreichen

Am 2.5.20 musste eine ältere Dame aufgrund einer internistischen Erkrankung zur Behandlung in eine Klinik. Da das Wohnhaus nur über einen schmalen und steilen Pfad zu erreichen ist, transportierten die Bergretter die Frau in der Gebirgstrage zum bereitstehenden Rettungswagen.

Bad Überkingen

Ebenfalls am 2.5.20 alarmierte die Integrierte Leitstelle die Bergwachten Göppingen und Geislingen-Wiesensteig zu einer Personenrettung nach Börtlingen. Die Bergwacht brach den Einsatz auf der Anfahrt ab, da der Patient selbstständig zum ebenfalls alarmierten Rettungswagen gehen konnte.

Trotz Corona-Zeit viele Menschen im Gelände

Rückmeldungen aus den 19 Bergwachten der DRK Bergwacht Württemberg zeigen laut der Mitteilung, dass sich an allen Tagen – an Wochentagen und Wochenenden – auch in sonst ruhigen Bereichen sehr viele Besucher aufhalten. „Zwar entspricht das Einsatzaufkommen dem üblichen in diesem Monat“ sagt Sprecher Raimund Wimmer, „aber in diesen schwierigen Corona-Zeiten hätten wir eigentlich etwas mehr Zurückhaltung erwartet.“

Rettungen aus dem unwegsamen Gelände seien an sich schon „schwierig, anstrengend und kräftezehrend“ und nun aufgrund zusätzlicher Schutzmaßnahmen besonders herausfordernd. Eine weitere Herausforderung ist laut Wimmer die Logistik an der Einsatzstelle: Einsatzkräfte der einzelnen Gruppen und Einsatzfahrzeuge nicht vermischen, damit im Falle eines Falles nicht alle Retter ausfallen und in Quarantäne gezwungen werden.

Bergwacht appelliert an Wanderer

Deshalb wiederholt die DRK Bergwacht Württemberg ihren Appell an Wanderer und Outdoor-Sportler: „Entlasten Sie das Rettungs- und Gesundheitssystem, indem Sie sich umsichtig und rücksichtsvoll in der Natur aufhalten und keine risikobehafteten Aktivitäten unternehmen.“