Leitartikel Ilja Siegemund zu den Plänen für den Albaufstieg der A 8 Beide Strecken fair prüfen

GZ-Redakteur Ilja Siegemund
GZ-Redakteur Ilja Siegemund © Foto: Markus Sontheimer
Gosbach / Ilja Siegemund 04.08.2018

Die Erleichterung der „Dracki“-Mitglieder über das Geld-­Geschenk aus Drackenstein ist groß und nachvollziehbar. Schließlich kämpft die ­Bürgerinitiative „A 8 – Drackensteiner Hang“, kurz „Dracki“, seit Jahrzehnten gegen die vom Land geplante Streckenführung des A 8-Albaufstiegs, um eine gewaltige, 460 Meter lange ­Autobahnbrücke im idyllischen Gosbachtal zu verhindern. Jetzt bleibt den Mitgliedern nicht mehr viel Zeit, denn das Regierungspräsidium nimmt Stellungnahmen zum Projekt nur noch bis 24. September an. Die Bürgerinitiative muss eine aktuelle Planung präsentieren, die viel Geld kostet.

Doch auch wenn die Uhr tickt und in Stuttgart scheinbar schon alles entschieden ist: Es gilt, die Chance zu nutzen. Denn die Folgen des A 8-Ausbaus, wie er mit der E-Trasse geplant ist, bekämen gerade die Bewohner von Gosbach und Drackenstein zu spüren. Die Zusage aus Drackenstein, die Initiative mit 9100 Euro zu unterstützen, ist ein wichtiges Signal, nicht nur für „Dracki“. Die Entscheidung sollte auch die Verantwortlichen in Stuttgart aufhorchen lassen. Denn der bewilligte Zuschuss untermauert den Wunsch, die alternative Strecke der Initiative ernsthaft zu prüfen. Geschieht dies nicht, entsteht der Eindruck, die Interessen der Menschen in Gosbach und Drackenstein würden keine Rolle spielen.

Klar ist: Alle wollen den Ausbau der A 8 möglichst schnell – auch die Mitglieder von „Dracki“. Sie betonen immer wieder, keine Querulanten, Verhinderer oder Miesmacher zu sein. Vielmehr plädieren sie für einen Ausbau, der so umweltverträglich ist wie nur möglich. Dass die zusätzliche ­Prüfung der K-Trasse, die zwar länger, dafür aber finanziell günstiger ist als die E-Trasse, den Zeitplan um Jahre verzögern könnte, darf kein Grund für eine Ablehnung sein. Schließlich geht es um ein Infrastrukturprojekt, das mehr als 100 Jahre Bestand haben wird.

Nicht verschwiegen werden darf allerdings auch, dass die Autobahn derzeit direkt bei ­Hohenstadt und Mühlhausen vorbeiführt, was sich mit der vom Land favorisierten Strecke ändern soll. Die „Dracki“-­Strecke würde dann zwar auch Mühlhausen verschonen, aber noch näher an Hohenstadt ­rücken. Deshalb müssen beide Varianten fair und eingehend untersucht werden, um letztlich die bestmögliche Lösung für die Umwelt und für alle Bürger in der Region zu finden.

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