Türkheim Bald mehr Platz zum Spielen im Kindergarten

An den Tischen im Kindergarten Türkheim wird’s manchmal ziemlich eng – das gilt insgesamt für die Gruppenräume. Nun kommt ein Zimmer hinzu, das bisher als Personalraum dient.
An den Tischen im Kindergarten Türkheim wird’s manchmal ziemlich eng – das gilt insgesamt für die Gruppenräume. Nun kommt ein Zimmer hinzu, das bisher als Personalraum dient. © Foto: Markus Sontheimer
Türkheim / Isabelle Jahn 05.10.2018
Der Türkheimer Kindergarten nimmt jetzt mehr Kinder auf. Damit es in den Gruppenräumen nicht zu eng wird, wird im Gebäude umgebaut.

Während der Pause ist es im Kindergarten Türkheim ganz still. Die bunt bemalten Beutelchen der Kinder hängen säuberlichst an der Garderobe, und die Spielsachen liegen an Ort und Stelle. Aber wenn die Rasselbande im Haus ist, wird es oft nicht nur laut, sondern auch eng – zumal es immer mehr Kinder werden, bedingt durch steigende Geburtenraten und Zuzug (wir berichteten). Mit neun zusätzlichen Plätzen für über Dreijährige und einer weiteren 100-Prozent-Kraft in Türkheim reagiert die Stadt auf den steigenden Bedarf.

Um für mehr Kinder mehr Platz zu schaffen, wird der Kindergarten, der direkt ans Rathaus anschließt, zurzeit umgebaut: Im Erdgeschoss, gegenüber des Gruppenraums für die älteren Kinder, wurde vergangene Woche ein Loch in die Wand geschlagen, berichtet German Wehle vom Hochbauamt auf Nachfrage. Durch eine Tür soll es bald zum künftigen Raum für Kindergartenleitung und Personal gehen. Bisher war dort der Lagerraum des Sängerbunds Türkheim, dem für diesen Zweck sein Probenraum reicht.

Der etwa 13 Quadratmeter große Raum bekommt einen Bodenbelag aus Linoleum, der Putz wird ausgebessert und die Wände neu gestrichen, erklärt Wehle. Außerdem wird eine bessere Beleuchtung installiert. Bis Mitte Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Das ist eine kleinere Maßnahme und die praktikabelste sowie günstigste Lösung“, sagt Wehle. Zumal der Raum zu früherer Zeit bereits durch eine Tür mit dem heutigen Kindergartenbereich verbunden gewesen sei. Der Umbau kostet die Stadt als Träger voraussichtlich 24 000 Euro, wovon 17 000 Euro aus Zuschüssen des Bundes finanziert werden sollen.

Beim Durchbruch der Wand war es zwar laut, aber sonst ist der Betrieb des Kindergartens nicht so stark beeinträchtigt, berichtet Eva Neuwirth. Bei der Kindergartenleiterin und ihrem Team überwiegt vielmehr die Freude darüber, dass ein zusätzliches Zimmer für die Kinderbetreuung gewonnen wird: Das bisherige und bald frei werdende Büro im ersten Obergeschoss, das durch eine Tür mit dem Gruppenraum für die Kinder unter vier Jahren verbunden ist, soll in Zukunft zum Beispiel für Kleingruppenarbeit dienen. „So können wir zum Beispiel bei der Sprachförderung ungestört mit den Kindern arbeiten, das ist wichtig“, sagt Neuwirth. Die Konzentration falle oft schwer, wenn viele andere Kinder drumherum spielten.

Den dazu gewonnenen Raum will die Kindergartenleiterin mit Kindertischen für die Gruppenarbeit und Schränken fürs Material einrichten. Neuwirth schätzt auch den neuen Standort des Personalraums im Erdgeschoss: „Hier kommen die Eltern mit den Kindern an, da sind wir näher am Geschehen.“

Aktuell sind es im Türkheimer Kindergarten 33 Kinder. Ab Januar sind dann alle der 46 Kindergartenplätze besetzt, sagt Jonica Sperling, Sachgebietsleiterin Bildung, Jugend und Betreuung bei der Geislinger Stadtverwaltung.

Stadt sucht nach Alternativen für die Erweiterung der Kita „Bunte Welt“

Die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte „Bunte Welt“ in der Geislinger Parkstraße gestaltet sich nicht so einfach wie in Türkheim: Um mehr Platz zu schaffen, wollte man sich ursprünglich innerhalb des mehrstöckigen Gebäudes in der Parkstraße 2 ausdehnen, erklärt Stadtbauamtsleiter Karl Vogelmann. Momentan belegt der Kindergarten nur die Räume im Erdgeschoss. Ein solcher Ausbau würde laut Vogelmann zahlreiche teure Maßnahmen erfordern, zum Beispiel eine weitere  Fluchttreppe aufgrund von Brandschutzauflagen sowie Maßnahmen für die Wasser- und Stromversorgung. Die ursprünglich angenommenen Investitionskosten (200 000 Euro) würden sich demnach  auf mehr als das Doppelte erhöhen.

Der Gemeinderat beschloss daher in seiner jüngsten Sitzung, dass die Stadtverwaltung eine mobile Raumlösung, also Container, im Bereich der Oberen Stadt prüfen soll. Man muss laut Vogelmann unter anderem in Erfahrung bringen, welche Standards sich eigneten und in welcher Zeit sich diese Variante umsetzen ließe. Das Thema werde im November wieder im Gemeinderat behandelt.

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