Susanne Schröder ist rundum zufrieden. Von ihrem Mann hat sie sich gerade an der Jahnhalle absetzen lassen („Damit ich ein Schlückchen trinken kann“), und jetzt schlendert die Geislingerin gemütlich über die Messe „weiblich“. „Das ist heute ein bisschen Auszeit nur für mich“, sagt sie lächelnd. „Darauf habe ich mich richtig gefreut.“

Wie Susanne Schröder geht es an diesem Wochenende vielen Besucherinnen. Alleine, mit einer Freundin oder gleich in Grüppchen gehen sie von Stand zu Stand, probieren hier einen Klecks Chutney, lassen sich dort die neuesten Haarentfernungsmethoden erklären, machen beim Gewinnspiel der GZ mit und kaufen ein, wenn sie etwas Hübsches sehen.

Die beiden Geislingerinnen Birgit Schneider und Kerstin Binder sind zu zweit unterwegs. „Wir finden immer was, was uns gefällt“, meint Kerstin Binder. Vor zwei Jahren seien sie schon da gewesen, erzählt Birgit Schneider, und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Heute haben wir schon ein paar Vorweihnachtsgeschenke gekauft – die sind für uns selbst.“

Ein Stand, der mit seinen bunten Farben und Mustern gleich ins Auge fällt, ist jener von Eva Uitz, Inhaberin des „Kleinen Sterns“ in Heidenheim. Mit ihrer Mitarbeiterin Ingrid Renner verkauft sie Stoffe, Taschen und Kleider und zeigt, wie sich Rucksäcke selber nähen lassen. „Viele junge Mütter nähen für ihre Kinder“, erzählt Ingrid Renner. „Ihnen wollen wir heute zeigen, was für besondere Stoffe wir haben.“

Annemarie Siehlers Stand mit Likören und Aufstrichen ist heiß umschwärmt. Bei der „Spezialitäten-Galerie Siehler“ darf jeder probieren – das Angebot wird gerne angenommen. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt die Gingenerin. „Manche decken sich schon für Weihnachten ein – vor allem die Winterliköre verkaufen sich gut.“ Siehler war schon vor zwei Jahren mit einem Stand vertreten und hat gute Erfahrungen gemacht: „Ich gehe nur dorthin, wo es gut läuft.“ Wiederholungstäterin ist auch Inge Hurlbrink. Die Gerstettenerin verkauft Tupperware, setzt an diesem Wochenende aber vor allem darauf, Kundenkontakte für Tupper-Partys zu knüpfen. „Die Geislinger Messe mag ich sehr“, sagt sie. „Weil es nicht so groß ist, fühlt es sich sehr persönlich und entspannt an – es ist einfach schön hier.“

Bildergalerie 800 Besucher bei Messe „weiblich“

Mit entspanntem Lächeln steht Helene Schnötzinger an ihrem Stand. Die Friseurmeisterin aus Schnittlingen begrüßt immer wieder Stammkunden und Bekannte („Als Erstes fragen immer alle: ‚Was gibt es Neues?’“) und zeigt und erklärt, was es alles Neues in der Welt der Frisuren gibt.

Für Aufsehen sorgt das Model, das zu Susanne Geigers Stand gehört: Nur mit BH bekleidet, macht die junge Frau Werbung für die „BH Queen“ – Susanne Geiger bietet im Göppinger Geschäft „Nina’s Lieblings. . .“ ausführliche Beratung beim Dessous-Kauf, vor allem für Frauen mit eher außergewöhnlichen Größen. „Mit meinem Angebot habe ich einen Nerv getroffen, weil es in den Läden oft keine Beratung mehr gibt“, erzählt sie. Ihr Model ist eine Kundin und macht mit ihrem entspannten Auftritt deutlich, wie wohl sie sich in ihrer Haut fühlt.

Wer will, kann sich bei der „weiblich“ ein Entspannungs- und Genießerpaket fast für den gesamten Körper gönnen: Die AOK bietet Rückenmassagen an, bei Herbalife gibt es Gesichts­packungen, und Hair- und Make-up-Artist Katarzyna „Kat“ Merkle aus Kuchen dreht den Damen schöne Locken. Zwar richtet sich das Messe-Angebot – wie versprochen – vornehmlich an Besucherinnen. Doch es gibt auch Männer, die sich in die Jahnhalle wagen. Erich Neuwirth etwa: Er begleitet seine Frau Brigitte und ist als Teilnehmer an Sportgruppen mit vielen Frauen angesichts der weiblichen Dominanz in der Jahnhalle völlig entspannt, wie er grinsend versichert.

800 Personen sind es schlussendlich, die der Messe der GEISLINGER ZEITUNG an diesem Wochenende einen Besuch abgestattet haben. GZ-Geschäftsführer Wolfgang Braig zieht ein ­positives Fazit: „Ich freue mich, das ist ein sehr gutes Ergebnis. Die Aussteller sind sehr zufrieden und geradezu überrascht von dem großen Andrang.“