Ausstellung Auch die Zappeligen sind konzentriert

Die Kunstschüler mit ihren Arbeiten:  Für die Kinder ist es ein Paradies, hemmungslos mit Kleister zu arbeiten, aus nackten Drahtgeflechten  Drachen oder Paradiesvögel, aus Karton fantastische Krabbelmonster zu kreieren.
Die Kunstschüler mit ihren Arbeiten:  Für die Kinder ist es ein Paradies, hemmungslos mit Kleister zu arbeiten, aus nackten Drahtgeflechten  Drachen oder Paradiesvögel, aus Karton fantastische Krabbelmonster zu kreieren. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Lonsee / Sabine Graser-Kühnle 28.07.2018

Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt mit all ihren Sinnen erleben. Dabei entwickeln sie eine unglaubliche Phantasie. Die Kunstmalerin und Kunstpädagogin Rodica Enck-Radana bietet in ihrer Kunstschule Kindern in der Kunst- und Kreativwerkstatt eine Welt, in der scheinbar alles möglich ist. Erstmals stellen Kinder und erwachsene Kursteilnehmer aus ihren Kursen aus.

Der Besuch der Ausstellung im Albgärtle in Halzhausen ist wie ein Besuch im Atelier der Dozentin: Für die Kinder ist es ein Paradies, hemmungslos mit Kleister zu arbeiten, aus nackten Drahtgeflechten fröhliche Drachen oder kunterbunte Paradiesvögel, aus Karton phantastische Krabbelmonster zu kreieren. Ihre Werke verzieren sie mit verführerisch funkelnden Steinen und Glitzer, oder aber sie greifen zu Früchten aus Wald, Sträuchern und Meer, also Nussschalen, Bucheckern, exotische anmutende Fragmente von Baumzapfen und Muscheln, drücken alles in Modelliermasse, wodurch phantastische Mosaike entstehen.

Die Kinder malen mit Feuereifer, benutzen dabei Pigmentfarben oder Kreide, oder sie plastizieren mit einer Engelsgeduld. Selbst die Zappeligsten unter den kleinen Künstlern sind konzentriert bei der Sache, wenn am Ende der Mühe etwa eine wunderbar schillernde Libelle das Ergebnis ist. Vor allem die unwahrscheinliche Vielfalt an Materialien ist eine schier unendliche Inspirationsquelle für die Kinder.

Die Jüngsten sind fünf, die ältesten zwölf Jahre. Rodica Enck-Radana gibt die jeweiligen Themen vor, etwa die „Schatzinsel“: Wieviel vom Basiskarton wird Wasser, was soll Erde sein, ist die erste Frage an die Kinder – und der Damm ist gebrochen. Da fließen Gehörtes und Gesehenes in die Werke ein, etwa Lukas, der Lokomotivführer, der auf seiner „Schatzinsel“ mit den zwei Bergen dargestellt wird, oder Piraten.  Beim Thema „Unter Wasser“, schweben und leuchten Fische und Meerjungfrauen auf blau transparentem Papier vor hellem Fensterlicht.

Die Älteren finden ihre Herausforderungen beispielsweise mit der Menschenbüste, die nach dem Vorbild des Architekten und Künstlers Antoni Gaudi in geschwungenen, organisch wirkenden Linien und farbenprächtigen Mosaiken aus Modelliermasse kreiert wurde. Faszinierende Mosaikbüsten sind so entstanden. Nicht minder beeindrucken die „Türme“, Plastiken aus Drahtgeflechten mit Gipsbinden ummantelt.

Mal sind es Engel, die von der skurrilen Form her ein wenig an Alberto Giacomettis langgezogene Menschenskulpturen erinnern, alle sind sie jedoch nach Gaudi-Art mit Muscheln oder glänzenden Steinen verziert. Zeugnisse unglaublicher Phantasie, aber auch feinmotorischen Könnens. Das findet sich ebenso beim Malen von Höhlenbildern mit Kohle und Rötel.

Hier ist es obendrein der Blick auf Größenverhältnisse, der geschult wird und so finden Ausstellungsbesucher sich vor dem Löwenmenschen ebenso wieder, wie vor Mammut und Säbelzahntiger.  Der Phantasie sind in den Kunstkursen von Enck-Radana tatsächlich keine Grenzen gesetzt. Das beweisen ebenso die Arbeiten erwachsener Kursbesucher, die ebenfalls im Albgärtle in der Silcherstraße 10 in Lonsee-Halzhausen ausgestellt sind.

Info Die Ausstellung geht noch bis 30. Juli und ist jeden Montag von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

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