Nachgefragt • Zecken Arzt gibt Tipps zum Schutz vor Zecken

Andreas Kadel, Arzt im Gesundheitsamt.
Andreas Kadel, Arzt im Gesundheitsamt. © Foto: Landratsamt
Geislingen / ija 04.08.2018

An welchen Orten lauern die meisten Zecken?

Auf Wiesen: Meistens wird die Zecke von einem hohen Grashalm beim Vorübergehen abgestreift. Sie kann bis zu 1,5 Meter hoch klettern.

Wie kann man sich vor einem Zeckenbiss schützen?

Im Freien nicht durch bewachsene Wiesen gehen, auf den Kieswegen bleiben. Auf heller Kleidung entdeckt man die lange umher wandernden Zecken besser. Langärmelige Oberteile und lange Hosen tragen, die Hosenbeine in die Wanderstiefel stecken. In Apotheken gibt’s außerdem getränkte Tücher, mit denen man Fußknöchel und Handgelenke einreibt. Nachdem man im Freien war, die Haut gründlich nach Zecken absuchen und diese gegebenenfalls gleich entfernen.

Wie entfernt man Zecken richtig?

Am besten mit einer Zeckenkarte aus der Apotheke. Man hebelt die Zecke quasi heraus. Es ist wichtig, diese beim Entfernen nicht zu quetschen, um das Risiko einer Infektion mit dem Borreliose-Erreger zu verringern. Er hält sich im Hinterleib der Zecke auf und wird erst nach etwa zwölf Stunden in den Menschen abgegeben.

Welche Gefahren birgt ein Zeckenbiss? Ist eine Impfung noch ratsam?

Es besteht die Gefahr einer Infektion. Die bekanntesten Erreger sind Früh-Sommer-Meningoencephalitis (FSME) und Borreliose. Impfen lassen kann man sich nur gegen FSME, was auch zu dieser Jahreszeit sinnvoll ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unbedingt dann, wenn sich die betroffene Stelle drei Tage nach Entfernung der Zecke kreisrund rötet – ein typisches Merkmal einer Borreliose-Infektion. Versäumt man die Behandlung, drohen chronische und sehr schmerzhafte Gelenkserkrankungen, insbesondere der Kniegelenke.

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