„Sie müssen jetzt sparen, sparen, sparen“, forderte Amstettens stellvertretender Bürgermeister Heinrich Schmohl von den Architekten, als in der Sitzung des Gemeinderates Ende November eine erneute Kostensteigerung bei der Erweiterung und Sanierung der Gemeinschaftsschule zur Debatte stand. Auch weitere Gemeinderäte waren unzufrieden. Gerhard Wachter warnte gar vor einem „Horrorszenario“ und wollte „kein zweites Michelberg-Gymnasium erleben“.

Architekt Andreas Werner vom Göppinger Büro Gauß & Knödler wies die im Bericht der GZ am 1. Dezember zitierten Befürchtungen jetzt in der Sitzung des Gemeinderates am Montag zurück. Die Kostensteigerung um weitere 400 000 Euro von 5,3 auf nunmehr 5,7 Millionen Euro seien ausschließlich auf zusätzliche Leistungen zurückzuführen. „Und diese zusätzlichen Leistungen haben wir alle mit dem Gemeinderat abgesprochen“, betonte Werner. Dazu zählen laut Werner ein nachträglich vereinbarter Windfang am Eingang, eine neue Decke in der Aula, drei neue Faltwände für zwei Klassenzimmer sowie die Entscheidung des Gemeinderates für ein grünes Klassenzimmer (die GZ berichtete). Diese zusätzlichen Arbeiten berücksichtigt, betrage die effektive Kostensteigerung gegenüber der Kostenberechnung gerade mal 0,6 Prozent.

Und es geht offenbar noch erfreulicher weiter: Bei jetzt zur Vergabe stehenden fünf weiteren Gewerken für Gerüstbau (17 700 Euro), extensive Dachbegrünung mit Abdichtung (74 700 Euro), Estricharbeiten (34 500 Euro), Fassadenverglasung (194 046 Euro) sowie Sonnenschutz (72 350 Euro) liegen die günstigsten Angebote unterm Strich bei 374 000 Euro. Das sind 35 000 Euro oder 8,5 Prozent weniger als die Architekten in ihrer Kostenberechnung vorgesehen haben.

Da trotz 26 gemeinsamer Termine mit Gemeinderat, Bauausschuss, Eltern und Schulleitung in den vergangenen 16 Monaten „offenbar immer noch Informationslücken bestehen“, hatte Architekt Werner zur Sitzung am Montag für jedes Bauausschuss-Mitglied noch einen dicken Leitz-Ordner mitgebracht. „Der wird künftig auch ständig ergänzt, damit alle auf dem neuesten Stand sind.“