Geislingen an der Steige Amtsgericht: Auf Alkoholfahrt folgt Gefängnis

Geislingen an der Steige / STEFANIE SCHMIDT 16.02.2016
Vier Monate Haft sind die Strafe für einen Esslinger, der betrunken und ohne Führerschein mit dem Auto auf der B 10 unterwegs war.

Im April vergangenen Jahres zog eine Polizeistreife gegen Mitternacht einen BMW-Fahrer auf der B 10 in Kuchen aus dem Verkehr. Zuvor hatten die Polizisten einen Anruf von der Freundin des Mannes erhalten: Ihr angetrunkener Freund sei mit ihrem Auto auf dem Weg nach Esslingen. Die Beamten stellten bei dem 27-jährigen Ludwig U. (Anm. der Red.: Name geändert) schwere alkoholbedingte Ausfallerscheinungen fest: Er schwankte, sprach undeutlich und drohte damit, sich etwas anzutun. Der Fahrer gab zu, in den Stunden zuvor eine Flasche Bacardi und Cannabis konsumiert zu haben. Die Blutentnahme im Krankenhaus ergab einen Blutalkoholspiegel von 0,6 Promille. Bei der Personenkontrolle stellte sich außerdem heraus, dass der Mann noch nie einen Führerschein besessen hat.

Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr musste U. sich nun vor dem Amtsgericht Geislingen verantworten. Er sei in Geislingen gewesen, um seine Freundin, mit der er eine gemeinsame Tochter hat, zu besuchen, sagte er aus. Gegen Mitternacht sei er mit der Frau in einen heftigen Streit geraten. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden - U. ist unter anderem vorbestraft, weil er seine Freundin in der Vergangenheit verbal und körperlich angegriffen hat -, habe er sich deren Autoschlüssel geschnappt und sich mit ihrem PKW auf die Fahrt nach Esslingen gemacht.

Richterin Gabriela Stuhler verteilte U. zu einer Haftstrafe von vier Monaten - ohne Bewährung. Denn der Angeklagte, der im Moment wegen eines anderen Vorfalls in Stammheim in Untersuchungshaft sitzt, sei mehrfach einschlägig vorbestraft - unter anderem wegen Fahrens ohne Führerschein. Mit der Trunkenheitsfahrt habe er seine Bewährung gebrochen, erklärte Stuhler: "Da geht es nicht ohne Freiheitsstrafe." Positiv rechnete sie U. an, dass er sich geständig zeigte und auch seine "langjährige Drogenaffinität", die sich wie ein roter Faden durch sein Vorstrafenregister ziehe, ohne Beschönigung darstellte.

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