Müll Amstetten gibt Müllentsorgung an Landkreis ab

Amstetten / Thomas Hehn 18.07.2018

Seit 1972 organisieren die 55 Gemeinden im Alb-Donau-Kreis die Müllabfuhr in Eigenregie. Angesichts anstehender Änderungen im Landesabfallgesetz wird nun diskutiert, ob die Kommunen das Einsammeln weiterhin selbst erledigen oder die Aufgabe wieder an den Landkreis abgeben. Am Montag hat der  Am­stetter Gemeinderat mit 12:7 Stimmen für die Rückgabe der Müllabfuhr an den Landkreis votiert. Dem Ergebnis ging eine kontroverse Debatte voraus, wobei selbst die Befürworter der Landkreis-Lösung nicht wissen, ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben.

Bürgermeister Johannes Raab hatte in einer umfangreichen Tischvorlage, die offenbar aus dem Kreistag stammt,  Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösungen aufgelistet. Demnach rechnet die Verwaltung  bei der Landkreislösung wegen der höheren Wirtschaftlichkeit bei größeren Mengen mit sinkenden  Gebühren für die Haushalte.

Im Gegenzug befürchtet Raab Abstriche beim Service. So werde es die in Amstetten übliche wöchentliche Abfuhr wohl nicht mehr geben. „Das wird eher in Richtung zwei- oder gar vierwöchigen Rhythmus gehen.“ Außerdem würden sich die Amstetter wohl von den weit verbreiteten 35- und 50-Liter-Rundtonnen verabschieden müssen. Diese Henkel-Tonnen seien  schon heute wegen der starken Belastung der Müllwerker umstritten, erläuterte der Bürgermeister.  In Amstetten  nützen derzeit 85 Prozent aller Haushalte Rundtonnen und zahlen bei 18 Leerungen im Jahr  je  nach Größe zwischen 73 und 104 Euro im Jahr. Laut Kreistagsvorlage schwankt die  Jahresgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt in den 55 Gemeinden des Alb-Donau-Kreis derzeit zwischen 57 und 167 Euro.

Ulrich Münkle waren die Angaben  zu schwammig: „Wir wissen  nicht, was wir übergestülpt bekommen, geben aber Komfort ab“, warnte Münkle. Walter Sigloch kritisierte ebenfalls, dass der Landkreis „kein Konzept vorlegt. Da kann ich nicht abstimmen. Zumal Amstetten nun schon seit Jahren die billigsten Gebühren weit und breit hat.“

Karlheinz Beutel gab zu bedenken, dass mit Wertstoffhöfen, Biomüll und Grüngut weitere Baustellen auf die Kommunen zukommen. „Bei einer Abgabe der Abfallentsorgung wäre das Aufgabe des Landkreises.“

Mit dem Beschluss ist Amstetten die elfte Kommune, die dem Landkreis die Abfallentsorgung übertragen würde. 15 wollen die bisherige Regelung beibehalten. Bei 29 Kommunen steht die Entscheidung noch aus. Sie haben dafür bis Mitte August Zeit, im September berät der Kreistag über das Thema.

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