Simone Zwicker, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle in Geislingen, erinnert sich noch gut an die Familie mit den vier Kindern: „Sie kamen aus einem EU-Land. Der Vater hatte hier Arbeit gefunden, aber nicht viel verdient“, erzählt sie. In ihrer Heimat hatten die zwei ältesten Kinder bereits Klavierunterricht erhalten, in Deutschland war das finanziell nicht mehr drin. „Aber die Musik bot den Kindern Halt, weil es etwas Beständiges war im Umbruch ihres Lebens“, sagt Simone Zwicker. Dank der Aktion Rückenwind konnte sie den Kindern helfen. Sie erhielten einen Zuschuss für Unterricht an der Musikschule und sind glücklich.

Für solche Fälle wurde die Aktion Rückenwind vor acht Jahren ins Leben gerufen. Anfangs ging es nur um Schulranzen für Erstklässler, deren Eltern sich keine leisten konnten. Aber schnell wurde deutlich:  Kinder werden ausgegrenzt oder ausgelacht, wenn sie beim Fußballspielen kaputte oder keine Kickstiefel tragen, sich das Vereinstrikot nicht leisten oder nicht an schulischen Unternehmungen wie dem Schullandheim oder der Studienfahrt teilnehmen können. „Für Kinder und ihre Entwicklung ist es unglaublich wichtig, dass sie in die Gemeinschaft eingebunden sind“, betont  Simone Zwicker.

1000 Kinder im Kreis unterstützt

Deswegen legen die Initiatoren von Aktion Rückenwind großen Wert darauf, dass die finanzielle Unterstützung an Vereinsmitgliedschaften oder Musikunterricht gekoppelt ist oder dass es Nachweise von der Schule gibt, dass Veranstaltungen stattfinden, für die von den Eltern ein Geldbeitrag eingefordert wird.

Dabei gibt es pro Kind maximal 300 Euro im Jahr und es wird nichts unterstützt, was eigentlich staatliche Leistungen sind. „Wir stocken dort auf, wo es notwendig ist“, sagt Simone Zwicker. Seit es die Aktion Rückenwind im Landkreis Göppingen gibt, haben mehr als 1000 Kinder eine solche Unterstützung erhalten. „Allein in diesem Jahr waren es im Kirchenbezirk Geislingen 50 Kinder, die jetzt glücklich sind, weil sie an etwas teilnehmen können, was sonst nicht möglich wäre.“

Die Diakonieleiterin hat die Erfahrung gemacht, dass es häufig Familien mit mehreren Kindern sind, die Unterstützung benötigen. Weil sich dann die Vereinsbeiträge vervielfachen oder sie für zwei oder drei Kinder gleichzeitig das Schullandheim oder einen Ausflug finanzieren müssen. „Dann wird’s eng – und ein neuer Trainingsanzug ist dann gar nicht mehr drin.“

Hilfe beim Antrag

Ausgenutzt werde das Angebot der Aktion Rückenwind überhaupt nicht. Im Gegenteil: Simone Zwicker macht den Menschen Mut, einen entsprechenden Antrag zu stellen. „Das Geld kommt nicht nur Hartz-IV-Familien zugute, sondern auch Familien, die zwar mehr als die Grundsicherung haben, sich aber die Teilnahme ihrer Kinder an solchen Veranstaltungen trotzdem nicht leisten können, weil sie zu wenig verdienen“, sagt sie. Bei der Berechnung würde die Hartz-IV-Grundsicherung plus 25 Prozent zugrunde gelegt. Beim Ausfüllen der Anträge seien die Mitarbeiter der kirchlichen Institutionen  sowie in den Orten des Zuhörens (siehe Info) behilflich.

Was Simone Zwicker ebenfalls bereits des Öfteren festgestellt hat: „Rückenwind bringt für manche Alleinerziehende oder einkommensschwache Familie erst die Erkenntnis, dass es überhaupt Beratungsbedarf in Bezug auf mögliche Hilfen gibt.“

Info Die Initiatoren der Aktion Rückenwind sind das Caritas-Zentrum in Göppingen, das Diakonische Werk Göppingen mit der Beratungsstelle in Geislingen, die Katholische Arbeitnehmerbewegung Göppingen und das „netzwerk arbeitSwelt“.
In Geislingen hilft die Diakonische Beratungsstelle in der Steingrubestr. 6 beim Ausfüllen der Anträge: Terminvereinbarung unter (07331) 4 14 89 sowie der „Ort des Zuhörens“ im Pfarrhaus von St. Maria, Überkinger Str. 28, Geislingen (Dienstag 14.30 Uhr bis 16.30Uhr).

Alles zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“


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0006 0770 99
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IBAN: DE14 6106 0500
0608 0000 00
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