Hinterlassenschaft Ärger um die Hundehäufchen

Ralf Heisele 13.10.2017
Nicht jeder Besitzer hält sich in Nellingen beim „Gassigehen“ an die Spielregeln – Manche Tüten bleiben samt Inhalt auf den Äckern zurück.

Auf den Hund gekommen ist der Nellinger Gemeinderat  – besser gesagt auf das Herrchen. Manche von ihnen sollen sich nämlich nicht an die Spielregeln halten. Das sagt Walter Bollinger. Der Landwirt  ärgerte sich in der Bürgerfragestunde der Ratssitzung über die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Wegen, Fluren und Äckern rund um die Gemeinde.

Walter Bollinger, der von Berufs wegen viel in der Natur unterwegs ist,  klassifizierte die Hundehalter in drei Sorten: in jene, die den Kot sorgfältig in die Tüten der Hundetoiletten stecken, in jene, „die sich einen feuchten Dreck darum scheren“ und in eine Gruppe, „die nur so tut, als ob“. Letztere seien die Schlimmsten: Sie würden die Tüten nur gebrauchen, wenn sie beobachtet werden – „und danach schmeißen sie die Tüte samt Inhalt weg“. So würden viele der Plastikbeutel zum Leidwesen der Bauern auf Äcker und Wiesen landen.

Bürgermeister Franko Kopp pflichtete dem Landwirt bei. „Die Einteilung der Hundehalter kann ich bestätigen.“  Man habe vor drei Jahren in Nellingen sechs und in Oppingen zwei Hundetoiletten aufgestellt, um dem Problem Herr zu werden. Die Toiletten befinden sich alle an den Ausgangspunkten der von Hundehaltern beliebten „Gassi-Strecken“. „Die meisten Halter verhalten sich vorbildlich und werfen die gebrauchten Tüten wieder in die Toiletten“, sagte der Schultes. Die Beutel sind eigens rot eingefärbt. Die auffällige Farbe soll die Hemmschwelle erhöhen, die Tüten einfach in die Gegend zu werfen. „Aber es gibt immer einen gewissen Anteil an Mitmenschen, denen auch das egal ist.“  Kopp will nun auf das Problem im Mitteilungsblatt hinweisen, außerdem könnte man die Polizeiordnung auf höhere Strafen hin „überarbeiten“.

Der in der Sitzung anwesende Bauhofleiter Walter Wittlinger sprach von einem im Großen und Ganzen funktionierenden System. Jede Woche holen er und seine Mitarbeiter „rund zwölf Kilogramm Material“ aus den Toiletten und füllen die Anlagen wieder mit hunderten Tüten auf. Doch diese werden mitunter zweck­entfremdet: für Wasserbomben oder um Kastanien darin zu transportieren. Beides sei nicht so schlimm. Es gibt aber laut Wittlinger auch Zeitgenossen, die alle Beutel aus den Toiletten reißen und sie rundherum verteilen. Dagegen könne man kaum etwas machen. „Wir können die Toiletten nicht rund um die Uhr bewachen.“

Gemeinderat Helmut Wörz will gehört haben, dass der eine oder andere Halter meint, sich beim „Gassigehen“  nicht um die Hinterlassenschaften seines Hundes kümmern zu müssen, weil er ja Hundesteuer bezahle. „Wir müssen denen klarmachen, dass dies nicht in der Steuer inbegriffen ist.“