"Der Euro kann nur funktionieren, wenn die grundsätzlichen Regeln eingehalten werden", mahnt der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber. "Sollte Griechenland das nicht wollen, dann muss es auch die Konsequenzen tragen." Ganz gleich, ob innerhalb der Eurozone oder außerhalb: Ohne echte Strukturreformen werde das Land nicht aus seiner wirtschaftlichen Notlage herausfinden, ist der gelernte Landwirt überzeugt. Derlei Reformen seien ureigenen griechischen Interesse. Die Währungsunion beruhe auf Vertrauen. "Die griechische Regierung hat bei mir dieses Vertrauen erst einmal verspielt. Weitere Hilfen an Griechenland nur auf der Grundlage von Versprechungen kann ich mir deshalb nicht vorstellen." Deutschland sei nicht erpressbar, weil die Europäer in den vergangenen Jahren genügend Maßnahmen ergriffen haben, um eine Ansteckung der Krise auf den übrigen Euro-Raum zu verhindern.

Für die griechische Politik hat auch die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens kein Verständnis: "Sie hat ein Hilfspaket platzen lassen und macht ihrer eigenen Bevölkerung vor, dass innerhalb von 48 Stunden eine Lösung gefunden werden könnte".

Problematisch findet auch sie, dass die griechische Regierung den allgemein gültigen Regeln der Wirtschafts- und Währungsunion eine Absage erteilt hat. Wenn die Griechen nun rasch neue Verhandlungen wollen, müssten sie auch die maroden staatlichen Strukturen verändern. "Vermutlich werden sich die Lebensumstände der Griechen noch einmal deutlich verschlechtern. Darum werden wir wohl nicht umhin kommen zu helfen, damit lebenswichtige Güter und Medikamente auch jene erreichen, die es sich nicht mehr leisten können." Ob Griechenland im Euro eine Zukunft hat, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sicher. "Man muss aber auch sagen, dass Sparprogramme allein ein Land nicht aus der Krise führen können", ist Baehrens überzeugt.