"Das klare Votum der irischen Bevölkerung hat mich überrascht", sagt die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens über die Volksabstimmung zur Homo-Ehe in Irland. In Deutschland gesteht der Staat Schwulen und Lesben allenfalls eine "eingetragene Partnerschaft" zu, die ihnen nicht die Rechte einer Ehe einräumt. Baehrens betont, die SPD habe sich im Koalitionsvertrag mit der Union vorgenommen, "mehr dafür zu tun, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften mehr Respekt und Anerkennung erfahren".

Dass einige CDU-Politiker innerhalb ihrer Partei eine Debatte um die Homo-Ehe anstoßen wollen, hält der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber nicht für notwendig. Zwar gesteht er Menschen das Recht zu, sich für eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu entscheiden. Schließlich gebe es auch viele heterosexuelle Paare, die ohne Trauschein zusammenleben. Die Ehe will er aber geschützt wissen: "Die Ehe ist für mich - neben der rechtlichen Regelung - in erster Linie ein kirchliches, heiliges Sakrament, das die Verbindung zwischen Mann und Frau ausdrückt", sagt Färber.

Ein Problem sehe er in der Homo-Ehe vor allem dann, wenn Kinder ins Spiel kommen. Sie könnten nicht frei entscheiden, ob sie in gleichgeschlechtlichen Verbindungen leben wollen oder nicht. Die Homo-Ehe lehnt Färber ab, "weil mit dem Begriff Ehe die Verbindung zwischen Mann und Frau gemeint ist, und ich das Recht der Volladoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Lebenspartner nicht für richtig halte".