Sanierung Ab Montag: Sanierung der Geislinger Ortsdurchfahrt der L 1221

Seit Tagen weisen Schilder auf die am Montag beginnende Sanierung der L 1221 hin. Dass auf den Schildern versehentlich bis September 2016 angegeben wird, ist hoffentlich kein schlechtes Omen. Wenn alles planmäßig läuft, ist noch vor dem Kinderfest im Juli alles fertig.
Seit Tagen weisen Schilder auf die am Montag beginnende Sanierung der L 1221 hin. Dass auf den Schildern versehentlich bis September 2016 angegeben wird, ist hoffentlich kein schlechtes Omen. Wenn alles planmäßig läuft, ist noch vor dem Kinderfest im Juli alles fertig. © Foto: Michael Rahnefeld
MICHAEL RAHNEFELD 22.04.2016
Ab Montag müssen sich Geislingens Autofahrer auf Behinderungen einstellen. Grund: Die Ortsdurchfahrt der L 1221 wird saniert – in drei Bauabschnitten. <i>Mit Kommentar.</i>
Seit Tagen weisen schon großformatige Straßenschilder auf die anstehende Sanierung der Landesstraße 1221 ab Einmündung Gabelsberger Straße bis zum Beginn der Heidenheimer Straße hin. Am kommenden Montag geht es nun los mit dem ersten Bauabschnitt. Autofahrer, die auf der Rheinlandstraße in Richtung Eybach unterwegs sind, werden an der Springstraße umgeleitet. Denn die dort beginnende Eybacher Straße wird für die nächsten Wochen voll gesperrt. Der Zeitplan für die beiden ersten Bauabschnitte bis zur Werkstraße sieht eine Fertigstellung bis zum 24. Juni vor. In direktem Anschluss erfolgt dann die weitere Sanierung ab Werkstraße bis Heidenheimer Straße / Einmündung Schützenstraße.

Insgesamt 600.000 Euro lassen sich Stadt und Land diese Generalsanierung kosten. Die Stadt Geislingen beteiligt sich daran mit 50.000 Euro. „Die Gehwege an der L 1221 sind teilweise in sehr schlechtem Zustand, die Randsteine runtergebrochen, die Belege ausgebrochen“, sagt Ulrich Weingart vom städtischen Tiefbauamt. „Und wenn schon Maschinen da sind, wie Fräsen, dann schließen wir uns da an“.

Während sich die Stadt also um die Gehwege kümmert, lässt das Land die äußerst maroden Fahrbahnen auf dem Straßenstück reparieren, teilweise von Grund auf neu aufbauen. „Wir haben schon Bohrkerne gezogen und den Unterbau untersucht“, informiert Benjamin Haufe vom Stuttgarter Regierungspräsidium. So reicht es an manchen Stellen nur Tragschicht und Fahrbahndecken neu aufzutragen, an anderen Stellen muss aber auch der gesamte Unterbau dieser Straße neu „ausgekoffert“ werden, wie es in der Fachsprache heißt. Das nennt der Experte dann Vollausbau, was heißt, die Straße wird komplett neu aufgebaut. Sollte alles im Zeitplan bleiben, was vor allem Ulrich Weingart hofft, dann wäre alles Mitte Juli, noch vor dem Kinderfest fertig.

Weingart wie Haufe ist klar, dass die Bauarbeiten zu erheblichen Störungen im innerstädtischen Verkehrsfluss führen werden. Da Umleitungsstrecken, hauptsächlich auch über die B 10 (Stuttgarter Straße) führen werden, sollen dort, laut Haufe, auch die Phasen an den Ampeln den veränderten Anforderungen für diese Zeit angepasst werden. Und der Geislinger Ordnungsamtschef Philipp Theiner ist froh, dass die ausführende Firma im Vorfeld der Bauarbeiten bereits mit Anrainern in Verbindung getreten ist und Termine abgestimmt hat. Insbesonders mit der Firma Ehemann sei abgeklärt, wann eine Zufahrt zum Firmengelände nicht möglich sein werde. Aber auch die anderen Anrainer an den drei Bauabschnitten wissen, wann die eigenen Grundstücke nur schwierig oder gar nicht erreicht werden. Auch der Busverkehr, so ergänzt Theiner, sei im Vorfeld der Straßensanierung abgestimmt worden und es habe vorab schon eine Befahrung der Umleitungen gegeben, damit es nicht zu Überraschungen kommt.

Der Zeitplan

So wird gebaut Bauabschnitt 1 und 2: Eybacher Straße (Gabelsberger Straße bis Werkstraße) bis zum 24. Juni. Bauabschnitt 3: Werkstraße bis Heidenheimer Straße 24. Juni bis 21. Juli.

Ein Kommentar von Michael Rahnefeld: Gebrannte Kinder

Wann immer es in Geislingen zu größeren Fahrbahn- oder Straßensanierungen kommt, schrillen bei den Autofahrern die Alarmglocken. Noch zu präsent sind die Erinnerungen an das Dilemma an der B 466 im Oktober 2015. Eine wochenlange Baustelle, an der sich tageweise nichts tat, an der die Maschinen abgezogen waren und die Baustellenampeln für lange Staus sorgten. Und zwar sowohl täleauswärts als auch für den Verkehr, der in die Stadt drängte. Trotz Intervention städtischer und Kreisbehörden waren die Abläufe bei der Straßensanierung nicht wirklich zu beschleunigen. Die Geduld der Verkehrsteilnehmer war über Gebühr gefordert, die Geislinger Autofahrer sind gebrannte Kinder. Und just vor einem Jahr standen die Baumaschinen schon einmal auf der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 1221. Damals wurden im Bereich der Längentalstraße von der Energieversorgung Filstal (EVF) Leitungen für Gas- und Wasser ausgetauscht und Hausanschlüsse teilweise neu eingerichtet. Die Umleitung über den Talgraben wurde rasch zum Ärgernis und schließlich abgeändert über die Burg- und Hohenstaufenstraße. Warum hat man damals nicht gleich auch die Fahrbahn saniert, stellen sich heute vorab genervte Verkehrsteilnehmer die nicht unberechtigte Frage. Jetzt muss ja wieder alles aufgerissen werden. Welche Kosten das doch auch verursacht, so der Vorwurf. Doch halt! Tiefbauexperte Ulrich Weingart erklärt überzeugend, warum solche Arbeiten nicht parallel ausgeführt werden können. Dann würden die Arbeiten tatsächlich bis in den September hineinreichen, wie dummerweise falsch auf den Hinweistafeln ausgewiesen ist. Solange an den Rohrleitungen gearbeitet wird, kann nichts an der Fahrbahn getan werden. Darum entschließt man sich im Regelfall nach Abschluss solcher Tiefbauarbeiten, erst einmal wieder provisorisch zuzumachen. Zur Beruhigung aller Zweifler: Die ausführende Firma soll diesmal eine andere sein als jene, die sich bei der Sanierung der B 466 kaum mit Ruhm bekleckert hat. Trotzdem beten nun die Vertreter von Regierungspräsidium und städtischen Ämtern, dass hoffentlich auch das Wetter mitspielt, wenn am Montag die Arbeiten beginnen. Allerdings sieht es da schon zum Start nicht unbedingt gut aus. Aber Asphaltdecken können halt nicht bei Frost aufgebracht werden. Immerhin: Der gute Wille aller Beteiligten ist da, das Schlimmste zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass es diesmal klappt.