Kuchen Ab Montag droht der Kollaps in Kuchen

Noch ist dieser mit Asphalt verstärkte Feldweg im Espan in Kuchen mit Steinbrocken gesperrt. In 14 Tagen soll dann dort in Richtung Westen während des zweiten Bauabschnitts der Umleitungsverkehr durch Kuchen rollen. Die Ortsdurchfahrt B 10 ist ab Montag gesperrt. 
Noch ist dieser mit Asphalt verstärkte Feldweg im Espan in Kuchen mit Steinbrocken gesperrt. In 14 Tagen soll dann dort in Richtung Westen während des zweiten Bauabschnitts der Umleitungsverkehr durch Kuchen rollen. Die Ortsdurchfahrt B 10 ist ab Montag gesperrt.  © Foto: Markus Sontheimer
Kuchen / Von Michael Rahnefeld 27.07.2018
Etwas mehr als ein Kilometer neue Asphaltdecke wird ab Montag in Kuchen auf die B 10 aufgetragen. Im August ist die Straße deshalb nicht befahrbar.

Da müssen wir jetzt durch und künftig noch deutlicher machen, dass nur eine B 10-neu die Probleme lösen kann“. So formulierte der Kuchener Bürgermeister Bernd Rößner genau vor einer Woche in einem Gastkommentar für die GZ das, was ab Montag nicht nur auf Kuchen, sondern auf den gesamten Raum Geislingen zukommt. Auf einen Nenner gebracht: der Verkehrs-Kollaps droht. Denn das Regierungspräsidium Stuttgart will ab Montag bis zum Donnerstag, 30. August den Asphaltbelag auf der B 10 in der Ortsdurchfahrt Kuchen erneuern (wir berichteten bereits). Will heißen, der komplette Asphalt wird zwischen dem Ortseingang und dem Ortsausgang der Gemeinde Kuchen auf einer Länge von rund 1,1 Kilometer neu aufgetragen. Die neue Asphaltdeckschicht besteht dann aus einem lärmmindernden Material, heißt es in einer Mitteilung des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP). Bei dieser Gelegenheit werden auch die gesamten Straßeneinbauteile, wie beispielsweise Schachtabdeckungen, erneuert. Einzelne Rohrleitungen, die zur Entwässerung der Straße dienen, sind sanierungsbedürftig und werden ebenfalls erneuert.

Damit Anwohner und Umlandgemeinden möglichst wenig beeinträchtigt werden, haben die Planer drei Bauabschnitte vorgesehen. Aber alle drei Abschnitte erfordern die Vollsperrung der B 10, weshalb der überörtliche Verkehr auch großräumig über die B 466 umgeleitet wird.  Diese Umleitungsstrecke wird ausgewiesen. Nicht unbedingt deutlich ausgewiesen werden auf Nachfrage bei Heiko Potschkay vom Kuchener Bauamt die innerörtlichen Umleitungen. „Die Kuchener werden ihren Weg finden“, sagt er. Die Autofahrer würden vermutlich ohnehin dem Verkehrsfluss hinterherfahren.

Im ersten Bauabschnitt, der ab Montag beginnt und bis zum Samstag, 11. August, dauern soll, wird das noch nicht ganz so schlimm. Die Umleitungsstrecke führt von Geislingen kommend ab Ampelkreuzung Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße über die Bahnhof-, Friedrich- und Filsstraße zur westlichen Einmündung in die B 10. Die Umleitung wird in Gegenrichtung auf dieser Route umgekehrt geführt.

Im zweiten Bauabschnitt wird’s dann vermutlich heftiger. Er erstreckt sich von der Ortsmitte – Ampelkreuzung Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße – bis zum Ortsende in Richtung Geislingen (Höhe Bergwerkstraße). Von Montag, 13. August, bis Samstag, 25. August, ist dieser Abschnitt dicht und die Umleitung führt über schmale Straßen und bessere Feldwege, die teilweise noch etwas ausgebaut wurden, durch die Herrenwiesen im Espan.

Westwärts auf einer eigenen Route, die dann über die Freiheits- und Bahnhofstraße wieder zur B 10 führt. Und in Richtung Geislingen ebenfalls zunächst über Bahnhof- und Freiheitsstraße, dann ebenfalls über einen Weg im Espan. Die beiden teilweise sehr engen Fahrwege werden als Einbahnstraße ausgewiesen, die Umleitungsstrecken sind beschränkt bis zu 7,5 Tonnen Fahrzeuggewicht. Doch sollte sich dorthin ein Brummi verirren, dann ist im wahrsten Wortsinne „Ende im Gelände“. Und das weiß auch Heiko Potschkay, weshalb seit Tagen große Hinweisschilder auf die besondere Situation aufmerksam machen. „Wir rechnen schon damit, dass sich der eine oder andere größere Lkw in die Verbindungswege verirrt.“ Zudem rechnet der Mann vom Kuchener Bauamt mit einem immer noch vierstelligen Fahrzeugaufkommen auf den örtlichen Umleitungsstrecken durch Quell- und Nahverkehr.

Der dritte und letzte Bauabschnitt betrifft schließlich die Ampelkreuzung in der Ortsmitte (Hauptstraße / Ecke Bahnhofstraße) und soll zwischen Montag, 27. August und Donnerstag, 30. August, abgehakt werden. Die Umleitungen werden dabei westwärts über die Jahn- und Adlerstraße geführt, ostwärts über Hafengasse, Marktplatz und See­­tal­bachstraße. Ab 1. September sollte der Verkehr dann wieder wie gewohnt rollen. Der Bund investiert übrigens in den Erhalt der Infrastruktur rund eine Millionen Euro, teilt das RP abschließend mit und bittet alle Betroffenen um Verständnis wegen der Belastungen.

Einen Leitartikel zur Sanierung gibt es in der gedruckten Samstagsausgabe der GEISLINGER ZEITUNG (28. Juli), außerdem im E-Paper.

Info Auskunft über Straßenbaustellen im Land gibt’s über das  Baustelleninformationssystem (BIS) des Landes unter www.baustellen-bw.de Unter www.svz-bw.de liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.

Auch die Fahrradfahrer sind betroffen

Durch den  Umleitungsverkehr gibt es auch Einschränkungen für Radfahrer, denn auch die Radverbindung zwischen Geislingen und Süßen entlang der B 10 ist betroffen. Dort verläuft die touristische Fils­talroute Süd des Landkreises Göppingen. Die Umleitungsstrecke für den Radverkehr wird ausgeschildert. Diese verläuft jedoch abschnittsweise auf Straßen, die sehr stark belastet sein können.  Deshalb empfiehlt das Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur beim Landratsamt, während des gesamten Baustellenzeitraums auf die Nordverbindung (Filstalroute Nord) auszuweichen, um möglichen Konflikten und Gefahren zu entgehen. „Radler sollten im Interesse der eigenen Sicherheit die jeweiligen Einbahnstraßenregelungen beachten”, sagt Marco Schwab, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises. Gleichzeitig bittet er um Verständnis für diese unausweichliche Maßnahme und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

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