Klausur „Wir wollen kein unkontrolliertes Wachstum“

Nellingen / Ralf Heisele 06.06.2018

Wie sieht Nellingen in 10, 20 oder 30 Jahren aus? Wohin steuert die Gemeinde? Darüber hat sich der Gemeinderat jüngst in einer Klausurtagung Gedanken gemacht. Über den Inhalt der Zukunftswerkstatt berichtete Bürgermeister Franko Kopp in der Ratssitzung am Montagabend. Er legte Wert darauf, dass hinter verschlossenen Türen im Gremium keine Entscheidungen gefällt wurden – „es wurden einfach Gedanken geäußert und Visionen ausgesprochen.“

Einen breiten Raum in der Klausur nahmen die Auswirkungen des geplanten Bahnhalts bei Merklingen ein. Das Großprojekt wird auch die Entwicklung der Gemeinde Nellingen prägen: Laut Bürgermeister war man sich einig, „dass wir kein unkontrolliertes Wachstum wollen.“ In den vergangenen 15 Jahren hat Kopp rund 120 Bauplätze verkauft, die Einwohnerzahl ist auch dadurch von 1800 auf 2000 angestiegen. „Wir streben jetzt aber nicht die 3000er Marke an“, stellte der Schultes klar. Vielmehr wolle man wie in der Vergangenheit ein behutsames Wachstum, um „Schritt für Schritt unsere Infrastruktur zu sichern und zu erhalten.“

Doch auch ein Anstieg der Einwohnerzahl um 20 bis 30 Personen im Jahr macht sich für die kommunalen Einrichtungen bemerkbar. Wie berichtet, wird der Platz im Kindergarten am Steingertweg knapp. „Auf Dauer stellt sich daher die Frage, ob wir einen Neubau angehen wollen“, berichtete der Bürgermeister und nannte einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren. Allerdings sei noch nicht geklärt, wo überhaupt ein neues Kinderhaus errichtet werden könne, ebenso müsse man sich Gedanken machen, „was man mit dem alten Standort macht.“

Weitere Themen der Nellinger Zukunftswerkstatt waren der Tourismus, die Einbindung der immer älter werdenden Gesellschaft ins Gemeindeleben sowie die Frage, wie die Vergabe der Bauplätze künftig aussehen könne.

Auch zur Energiewende machten sich die zehn Männer und zwei Frauen am Ratstisch Gedanken. Nach dem Umstieg in die LED-Beleuchtung ging es nun um alternative Energiequellen – „die Möglichkeit einer E-Tankstelle wurde angesprochen.“  Die bessere Nutzung der Bühne in der Festhalle für kulturelle Veranstaltungen und die bauliche Entwicklung in Oppingen waren ebenfalls Themen der laut Kopp „fruchtbaren und interessanten Diskussion.“

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