Junge Menschen kämpfen für ihre Zukunft, das hat sich am Freitagvormittag in der Geislinger Fußgängerzone gezeigt: Mehr als 200 Schüler, undStudenten versammelten sich für die Aktion „Fridays for future“ am Forellenbrunnen. Sie folgten damit Schülern weltweit, die für den Klimaschutz demonstrieren.

Appell an die Politik

Die Teilnehmer – dazu zählten unter anderem auch Vertreter der Jugendorganisationen unterschiedlicher Parteien und Vereine – forderten ein politisches Handeln. Konkret: die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen, die Forderungen des Pariser Klimavertrags einhalten und den Kohle-Ausstieg im Jahr 2030 und nicht erst 2038. „Wir brauchen ein Umdenken und zwar jetzt“, sagte der 16-jährige Jannis Kelemen, der die Demo organisiert hat, in seiner Rede.

Parolen im Sprechchor

Mit Leitsätzen auf Plakten wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und „Kohle in die Bildung statt in den Ofen“ drückten die Demonstranten ihren Unmut aus. Einige von ihnen ergriffen das Mikrofon und lösten Sprechchöre aus.

Wie jeder selbst einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, machte Organisator Jannis Kelemen in seiner Rede deutlich: „Kauft euch nicht jedes Jahr ein Handy!“ Außerdem solle man in den Urlaub fahren anstatt zu fliegen: Um den Co2-Ausstoß bei einem Flug von Düsseldorf nach Mallorca auszugleichen, müsse man 60 Bäume pflanzen.

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Schulleiter loben das Engagement – aber nicht auf Kosten des Unterrichts


Heiner Sämann, Schulleiter am Michelberg-Gymnasium, begrüßt das Interesse der Schüler am Klimaschutz und deren Einsatz für ein größeres Umweltbewusstsein. „Es ist sehr positiv, wenn keine Gleichgültigkeit herrscht“, sagt Sämann. „Fridays for future“ gebe Impulse für künftige Schulprojekte. Wenn Aktionen im schulischen Rahmen stattfänden, sei es auch nicht nötig, dass Schüler unentschuldigt fehlten und Lernstoff verpassten.

Wolfgang Rapp, Schulleiter am Helfenstein-Gymnasium, findet es zwar „gut, wenn junge Menschen ihre Meinung kundtun“. Deshalb dürfe man aber nicht dem Unterricht fernbleiben, macht Rapp klar. Er meint, außerhalb der Schulzeiten könnte man ohnehin eine größere Resonanz erzeugen.

Ottmar Dörrer, geschäftsführender Leiter der Geislinger Schulen, betont die Aufsichtspflicht der Schulen. Wer das Schulgelände unerlaubt verlasse, kassiere einen Eintrag ins Klassenbuch. „Wir müssen unseren Erziehungs- und Bildungsauftrag umsetzen“, sagt Dörrer. Er bewertet es aber als positiv, „über den Tellerrand zu schauen und aktiv zu werden“.