Geislingen an der Steige "So eine schöne Aufgabe"

Elisabeth Amato bei der jüngsten Blutspendeaktion in Kuchen. Die 52-jährige Geislingerin arbeitet am liebsten still im Hintergrund. Foto: Rainer Lauschke
Elisabeth Amato bei der jüngsten Blutspendeaktion in Kuchen. Die 52-jährige Geislingerin arbeitet am liebsten still im Hintergrund. Foto: Rainer Lauschke
Geislingen an der Steige / KATHRIN BULLING 01.12.2012
Behindertennachmittage, Blutspenden, DRK-Feste: Ohne Elisabeth Amato würde es beim Roten Kreuz in Geislingen ganz anders aussehen. Die Geislingerin kümmert sich seit Jahren still und leise um die Sozialarbeit.

Wie lange Elisabeth Amato beim Roten Kreuz ist? Da muss die zierliche Frau mit dem schwarzen Haarschopf lange überlegen. "Schon ewig", sagt sie dann mit einem kleinen Lächeln.

Elisabeth Amato ist die gute Fee im Hintergrund. Aufsehen um ihre Person mag die 52-jährige Geislingerin gar nicht, lieber schafft sie im Hintergrund still und unbemerkt vor sich hin.

Ihre Domäne ist das Soziale: Seit 14 Jahren leitet sie die Sozialarbeit des DRK-Ortsvereins Geislingen. Dass das Rote Kreuz auf diesem Feld seit Jahrzehnten eine wichtige Fürsorgerolle inne hat, ist vielen nicht bewusst. Und doch ist der Ortsverein seit langer Zeit Anlaufstelle für Behinderte und Senioren. Einmal im Monat, immer mittwochs, findet im DRK-Gemeinschaftshaus an der Eyb ein Kaffeenachmittag statt. Ein wechselnder Personenkreis kommt da zusammen, meist sind rund 15 Gäste da, Behinderte werden mit dem Fahrdienst des DRK gebracht. Jeder neue Besucher ist willkommen. Im Sommer findet immer ein gemeinsamer Tagesausflug statt, auch an Weihnachten und Fasching sitzen die Teilnehmer beisammen und feiern.

"Die Unterhaltung ist ganz wichtig für die Leute", sagt Elisabeth Amato. Auch ihr gefallen die monatlichen Zusammenkünfte gut - sie freut sich jedes Mal über nette Gespräche und die Dankbarkeit der Gäste.

Genau diese Erfahrung brachte sie dazu, vor 14 Jahren die Leitung der Sozialarbeit zu übernehmen. Ihre Vorgängerin Klara Glocker wollte 1998 aufhören, da fragte der Vorstand Elisabeth Amato, die seit 1995 Schriftführerin war und davor wie ihr Mann bereits lange beim DRK mitgeholfen und unter anderem Blutspender betreut hatte. Amato überlegte lange, besuchte probeweise die Weihnachtsfeier der Senioren und Behinderten - und wurde so herzlich empfangen, dass sie für das Amt gleich zusagte. Auch die Ausbildung zur Sanitäterin absolvierte sie mittlerweile, das Medizinische reizte und forderte sie; als gelernte Arzthelferin war sie auch lange in dem Bereich tätig. Geboren wurde Elisabeth Amato in Ungarn, in Geislingen aber wuchs sie auf und besuchte die Schule: "Hier ist meine Heimat", sagt sie.

Elisabeth Amato plant viele Veranstaltungen erst einmal alleine vor, für die Termine selbst hat sie einen festen Pool von rund 20 Helferinnen: Zu den Kaffeenachmittagen kommen Feste und Veranstaltungen des Ortsvereins mit bis zu 100 Personen. Früher bewirteten Amato und ihr Team zudem immer wieder Besucher des alten DRK-Museums. Der Neubau wird zurzeit erstellt - was dann ist, wird sich zeigen.

Viel Arbeit bedeuten vor allem die Blutspendeaktionen: Sechsmal im Jahr gibt es sie in Geislingen, Deggingen, Kuchen und Gingen. Amato und ihr Team kümmern sich um die Bewirtung der Spender - und wer in Geislingen Blut spendet, kann sicher sein, dass es hinterher ein leckeres Essen gibt: Linsen mit Spätzle etwa oder Schnitzel. Bis zu 500 Spender stürmen bei den Aktionen in der Jahnhalle auf die Frauen ein. "Es ist unwahrscheinlich viel Arbeit, das sieht man gar nicht", sagt Elisabeth Amato.

Dennoch möchte sie die ehrenamtliche Arbeit nicht missen. Die 52-Jährige arbeitet jeden Tag im Geschäft ihres Sohnes - doch die meiste Freizeit gehört dem Roten Kreuz. "Das ist so eine schöne Aufgabe", sagt sie. "Man tut etwas Gutes, und der Kontakt zu den Menschen gefällt mir so gut." Darüber hinaus unterrichtet Amato ehrenamtlich Firmlinge der Kirchengemeinde St. Maria. "Beim DRK sind es die Senioren, bei der Kirche die Jungen, um die ich mich kümmere. Das hält mich jung, und ich bekomme so viel zurück."

Ihr großes privates Glück ist ihr in diesem Jahr geborenes Enkelkind: "Da komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus", sagt Elisabeth Amato und strahlt.

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