Porträt Pfarrer Frank Esche verlässt Geislingen

Der evangelische Pfarrer Frank Esche wird am kommenden Sonntag in der Martinskirche in Altenstadt verabschiedet. Er tritt eine neue Stelle in Erbach bei Ulm an und will dort möglichst noch etwas gestalten und freut sich sichtlich schon darauf.
Der evangelische Pfarrer Frank Esche wird am kommenden Sonntag in der Martinskirche in Altenstadt verabschiedet. Er tritt eine neue Stelle in Erbach bei Ulm an und will dort möglichst noch etwas gestalten und freut sich sichtlich schon darauf. © Foto: Claudia Burst
Geislingen/Erbach / Claudia Burst 10.07.2018
Der evangelische Pfarrer Frank Esche verlässt Mitte Juli nach knapp neun Jahren Geislingen-Altenstadt. Seine neue Pfarrstelle ist in Erbach bei Ulm.

Pfarrer Frank Esche ist 56. „Wenn ich jetzt wechsle, kann ich an der neuen Pfarrstelle noch aktiv etwas gestalten und bin nicht nur eine Übergangslösung“, erklärt der Seelsorger, warum er nach knapp neun Jahren an der evangelischen Kirchengemeinde Geislingen-Altenstadt die Gelegenheit ergreift, eine neue Pfarrstelle in Erbach (Alb-Donau-Kreis) zu übernehmen. Dabei wird sich die neue von seiner bisherigen Geislinger Pfarrstelle in mehrerer Hinsicht unterscheiden.

Die evangelische Kirchengemeinde Erbach ist eine Diasporagemeinde, also evangelisch inmitten eines traditionell katholischen Umfelds. Dafür ist sie eine relativ junge Gemeinde, deren Gemeindemitgliederzahl wächst. Entsprechend gibt es dort weniger festgefügte Strukturen, als in einer traditionsreichen Gemeinde wie Altenstadt. „Das hat dann vermutlich den Nachteil, dass es schwieriger sein wird, Mitarbeiter zu finden, als es hier war“, schränkt Esche ein.

In Erbach wird er geschäftsführender Pfarrer, was er in seiner Vor-Geislingen-Stelle in Schwieberdingen ja ebenfalls bereits war.

„Mir hat es sehr gefallen, hier die zweite Pfarrstelle zu haben“, betont er. Zum einen wegen der freundschaftlichen Beziehungen zu seinen Altenstädter Ex-Kollegen Ulrike Ebisch und Martin Breitling. „Das waren eigentlich paradiesische Zustände. Und auch jetzt mit Tobias Kaiser klappt die Zusammenarbeit gut.“

Zum anderen deshalb, weil es durch die Dreierkombination Freiräume gab, die jeder der Theologen mit seinen Schwerpunkten ausfüllen konnte.

Die Kinder sind begeistert

Das Herz von Frank Esche brannte für die Kinder- und Jugendarbeit, die er vor allem in enger Zusammenarbeit mit der Lindenschule praktizierte. Er brachte die Kirche in die Schule und erreichte auf diese – weithin innovative – Weise einen großen Teil der Kinder seiner Kirchengemeinde. „Kinder aus kirchenfernen Familien kommen nicht mehr zur Jungschar oder zu anderen Jugendgruppen in die Kirche“, erläutert er den Grund für diesen Weg. Der Grund liege zum einen darin, dass Kinder durch die Ganztagesschule stark eingebunden seien und durch Eltern, die nicht christlich-religiös geprägt seien, von solchen kirchlichen Angeboten nichts mehr erführen. „Wir sind mit unseren Gruppen eingebunden in die Nachmittagsbetreuung. Die Teilnahme ist freiwillig – und die Kinder sind mit Begeisterung dabei“, sagt er und lobt in diesem Zusammenhang seine Mitarbeiterin Jugendreferentin Romy Zerrenner, die für diesen Part hauptsächlich zuständig war. „Wir können den Kindern eine sinnvolle Lebensperspektive, Werte wie Nächstenliebe und christliche Hoffnung vermitteln. Das finde ich wichtig“, sagt Esche – auch wenn diese Art der Jugendarbeit keine Zunahme an Gottesdienstbesuchen oder an zählbaren Gemeindemitgliedern mit sich bringe. „Andererseits steigt die Teilnahme und das Interesse an den Kinderbibeltagen in der Stadtkirche oder an der Kinderkirche freitagnachmittags in der Martinskirche. Die Kinder kommen auch dann und bringen ihre Freunde mit.“

Als „geniale Ergänzung“ zu dieser Arbeit mit Kindern sieht er seinen eigenen Einsatz als Schulseelsorger. Durch seine Aufgabe als Religionslehrer an der Schule und die Zusammenarbeit mit Zerrenner, immer wieder auch dadurch, dass Schulleiter Christoph Straub ihn kontaktiert habe, habe er das Gespräch mit auffälligen Schülern gesucht. „Nicht ein einziges Mal hat ein Schüler ein Gesprächsangebot abgelehnt“, betont er.

„Es ist wichtig, das Kind oder den Jugendlichen als von Gott geliebtes Kind zu sehen und ihm entsprechend zu begegnen. Der Schüler spürt das – und solche Gespräche können Welten bewegen.“

Gute Zusammenarbeit

Oft hat Frank Esche in seiner Arbeit als Schulseelsorger das erlebt und ist dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Christoph Straub und auch das Vertrauen, das er im Lauf der Jahre von den Lehrern der Lindenschule erhalten hat.

Diese Aufgabe wird Frank Esche an seiner neuen Stelle besonders fehlen. Er freut sich außerordentlich darüber, dass der Lindenschulchor bei seinem Abschied aktiv dabei sein will.

Info Die Verabschiedung von Pfarrer Frank Esche findet am kommenden Sonntag, dem 15. Juli, um 9.30 Uhr in der Martinskirche in Altenstadt statt.

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