Geislingen Viele Aufgaben für OB Frank Dehmer

Frank Dehmer zieht Halbzeit-Bilanz – wobei er das Wort eigentlich nicht mag: Es höre sich an, als sei nach acht Jahren Schluss. „Und das ist Stand heute nicht mein Ziel.“
Frank Dehmer zieht Halbzeit-Bilanz – wobei er das Wort eigentlich nicht mag: Es höre sich an, als sei nach acht Jahren Schluss. „Und das ist Stand heute nicht mein Ziel.“ © Foto: Rainer Lauschke
Geislingen / kat/eis 31.08.2018
Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich geändert. Das sieht man in Geislingen anhand der Leerstände und der Probleme bei der Nahversorgung. Oberbürgermeister Frank Dehmer hat viel zu tun:

Die Leerstände in der Fußgängerzone bereiten vielen Bürgern Sorgen. Doch es fehlt an Kunden und neuen Geschäften. „Geislingen steht nicht als einzige Stadt mit diesem Problem da“, sagt Oberbürgermeister Frank Dehmer im großen GZ-Interview, das am morgigen Samstag erscheint. Das Einkaufsverhalten der Menschen habe sich geändert. Man müsse versuchen, sie über Veranstaltungen in die Innenstädte zu locken. Geislingens Rathauschef erinnert an vergangene Tage, als zwei große Unternehmen ihren Sitz nahe der Fußgängerzone hatten: Die MAG mit 1500 Beschäftigten, die WMF mit damals 6000 bis 7000 Arbeitnehmern. „Sie haben ihre Mittagspausen hier verbracht und sind nach der Arbeit einkaufen gegangen.“ Heute fehlen täglich bis zu 6000 Menschen in der Stadt.

Ein historischer Stadtrundgang kann vielleicht helfen

Um mehr Menschen in die Fußgängerzone zu locken, denke man aktuell darüber nach, einen historischen Stadtrundgang auszuweisen, der am City Outlet starten soll. Die bislang dort angebrachten Fußspuren und Hinweise auf die Shoppingzentren der Stadt seien zwar finanziell überschaubar und leicht umzusetzen gewesen, sie hätten aber nicht den erhofften Erfolg gebracht, erklärt der Oberbürgermeister.

Eine Art „Tante-Emma-Laden“ für die Obere Stadt?

Das Problem der fehlenden Nahversorgung in der Oberen Stadt schmerzt ihn: Leider sei es dem Eigentümer der Kaufland-Immobilie an der B 10 immer noch nicht gelungen, einen Lebensmittelmarkt zu finden.

Dehmer freut sich zwar über den geplanten Neubau des Biomarktes auf dem Wilhelmsplatz, weiß aber, dass sich nicht jeder Geislinger dort einen Einkauf leisten kann. Vielleicht könnte „eine Art Tante-Emma-Laden“ in einem der Leerstände in der Altstadt Abhilfe schaffen, überlegt er. Dieser könnte ähnlich aufgebaut und organisiert sein wie der Dorfladen in Aufhausen – mit Bürgern, die sich dort engagieren.

Das große GZ-Interview: Was Frank Dehmer zur aktuellen Finanzlage der Stadt sagt, wie der Breitbandausbau in den Stadtbezirken vorankommt und was seine Ziele für die kommenden vier Jahre sind, das lesen Sie im E-Paper sowie in der Printausgabe der GZ (Samstagsausgabe, 1. September).

Zur Person

Frank Dehmer (45) wurde in Geislingen geboren und lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie in Kuchen. Nach dem Zivildienst studierte er Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Tourismus. Vor der Wahl zum OB arbeitete er als Referatsleiter für Stadtmarketing, Tourismus, Hallenmanagement und Märkte bei der Stadt Göppingen; berufsbegleitend absolvierte er ein Masterstudium in öffentlichem Verwaltungsmanagement. Im Wahlkampf nannte Dehmer als wichtigste Themen unter anderem die Konsolidierung des Haushalts, eine größere Unterstützung der Stadtbezirke und einen dauerhaften, ehrlichen Dialog mit allen Bürgern.

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