Bildung Realschulen reagieren auf Prüfungspanne

Eigentlich würden die Realschüler am Mittwoch über der Deutschprüfung schwitzen – diese wurde aber verschoben.
Eigentlich würden die Realschüler am Mittwoch über der Deutschprüfung schwitzen – diese wurde aber verschoben. © Foto: dpa
Raum Geislingen / Isabelle Jahn und Ralf Heisele 17.04.2018
Die vertagte Prüfung bereitet den Realschulen im Raum Geislingen zwar Ärger, ist aber kein Weltuntergang.

„Mir ist das absolut unerklärlich“, sagt der Leiter der Geislinger Daniel-Straub-Realschule Franz Sommer zu der Panne mit den Prüfungsaufgaben im Fach Deutsch, die sich auch auf die Realschulen in der Region auswirkt. Da an einer Schule in Bad Urach ein Briefumschlag mit den Aufgaben für die schriftliche Realschulabschlussprüfung zu früh geöffnet wurde, muss diese vom heutigen Mittwoch landesweit auf den 27. April verschoben werden (wir berichteten). „Für die Kolleginnen und Kollegen baut sich Zeitdruck auf“, berichtet Sommer. Kurz nach dem ursprünglich für den Nachschreibetermin vorgesehenen 27. April steht die Abschlussfahrt an – bis dahin muss die Erstkorrektur abgeschlossen sein. Ausgerechnet im Fach Deutsch seien die Korrekturen besonders aufwendig, da viele Texte gelesen werden müssen. Auch für die Schüler ist die Situation alles andere als erfreulich, berichtet der Rektor: „Sie hatten sich schon auf den Termin eingestellt.“

Eigentlich darf der versiegelte Umschlag mit den Aufgaben erst am Morgen der Prüfung von der Schulleitung geöffnet werden, erklärt Sommer. Bis dahin muss der Rektor die wichtigen Unterlagen verschlossen aufbewahren, zum Beispiel in einem Tresor.

Auch Joachim Boldt muss nun umdisponieren. Der Leiter der Schubart-Realschule gibt sich aber recht gelassen: „Es ist zwar kein normaler Fall, aber bereitet uns kein Kopfzerbrechen.“ Die Planung gerate aber dennoch durcheinander – eigentlich stehe genau fest, wer bis wann die Prüfungen korrigieren muss. „Das verschiebt sich jetzt natürlich“, sagt Boldt, der die Prüfungsunterlagen nach eigener Aussage immer selbst vom Prüfungsamt abholt und sie dann „nicht mehr aus den Augen“ lässt. Die vertagte Prüfung sei aber vor allem für die Schüler ein Problem: „Sie müssen sich auf die neue Situation einstellen.“

Die 47 Zehntklässler der beiden Abschlussklassen an der Degginger Realschule waren gestern „gar nicht glücklich“ über die Verschiebung der Prüfung, beschreibt Frank Henzler die Situation. Der Rektor hat sich mit dem Lehrerkollegium schon daran gemacht, den Prüfungsplan zu überarbeiten. Hierzu seien die Lehrer flexibel genug – „das ist unser tägliches Brot.“ Allem Ärger zum Trotz hält Frank Henzler die Neuansetzung der Deutsch-Prüfung aber auch für keinen Weltuntergang: „Es hilft ja nichts. Es ist nun halt so wie es ist.“