Geislingen an der Steige / KATHRIN BULLING  Uhr
In der Geislinger Stadtbücherei können Technikinteressierte 3-D-Drucke herstellen. Die Volkshochschule veranstaltet am Samstag einen Workshop.

Er ist etwa so groß wie eine Getränkekiste und braucht, leise surrend, eine knappe Viertelstunde, um eine vier Gramm schwere Kette mit vier Gliedern herzustellen. Der gemeinsame 3-D-Drucker der Geislinger Stadtbücherei und der Volkshochschule (VHS) sieht unscheinbar aus und produziert doch faszinierende Ergebnisse. Denn die Kette hat bewegliche Glieder und ist in einem Stück hergestellt. "Es wäre ganz schön aufwendig, das mechanisch herzustellen", sagt Stefan Frank begeistert.

Der Informatiker hat seit zwei Jahren selbst einen 3-D-Drucker zu Hause stehen und möchte seine Begeisterung für das Gerät in zwei Workshops weitergeben: Am kommenden Samstag, 24. Oktober, wird er von 9 bis 11.30 Uhr vorstellen, was ein 3-D-Drucker ist und was sich damit machen lässt. Auf den Schnuppertermin folgt am 3. und 5. Dezember ein Kurs, in dem die Teilnehmer ihr eigenes 3-D-Modell erstellen. Technische Vorkenntnisse muss niemand mitbringen, räumliches Denken und Interesse am Tüfteln sind aber von Vorteil - vor allem, wenn die auf dem Drucker vorinstallierten Modelle oder jene, die es im Internet zum Herunterladen gibt, nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Frank ist über die Phase der Spielereien längst hinaus und nutzt seinen Drucker dafür, um Bau- oder Ersatzteile herzustellen. So hat er die Halterung für seine Fahrradhelm-Kamera selbst ausgedruckt. "Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt."

Wer sich mit der Bedienung des 3-D-Druckers auskennt, kann das Gerät künftig mieten und seine Projekte in die Realität umsetzen. Nötig sind nur die Daten auf einer Speicherkarte oder USB-Stick. Den Kunststoffdraht, aus dem die Drucke per Heißklebetechnik im Schichtverfahren entstehen, stellen Stadtbücherei und VHS zur Verfügung - abgerechnet wird pro verbrauchtem Meter.

Kombinieren lassen sich die 3-D-Workshops mit dem Einführungskurs zum Raspberry Pi ab 12. November, den ebenfalls Frank anbietet. Dabei handelt es sich um einen kleinen Einplatinenrechner, an den sich Sensoren anschließen lassen. "Wer beide Kurse besucht, könnte zum Beispiel mit dem 3-D-Druck-Verfahren einen kleinen Roboter herstellen, der sich per Raspberry Pi bedienen lässt", schwärmt Frank.

Benjamin Decker, der Leiter der Stadtbücherei, findet das neue Angebot toll: "Büchereien hatten schon immer den Anspruch, neue Informationstechnologien zu vermitteln - das tun wir nun mit dem 3-D-Drucker."

Info www.vhs-geislingen.de