Blechduell  „Den Brass in neue Sphäre heben"

Geislingen / Bettina Verheyen 11.06.2018

Mit Blech kann man fantastische Musik machen: Das erlebten alle, die am Freitagabend den Weg in den Geislinger Stadtpark gefunden hatten. Dort veranstaltete der SWR4 den ersten von drei Vorentscheiden für sein „Blechduell“: Sechs Blechbläser-Ensembles, darunter die Big Energy Band der Geislinger Musikschule, machten es der Jury wirklich schwer, zu entscheiden, wer beim Finale aufspielen darf (siehe Extra-Kasten).

Gegen halb elf verkündete Moderatorin Susanne Kurz im Radio – der SWR übertrug die komplette Veranstaltung live – Platz 1 und 2: Die neunköpfige ausschließlich männlich besetzte Gruppe mit dem sperrigen Namen „DAH - Das ,L‘ steht für Musik“ aus Horgenzell gewann schließlich deutlich, die Timmy Band aus Ravensburg-Taldorf hat als Zweitplatzierte die Chance, per Wildcard ins Finale zu kommen.

Auch wenn es am Freitag einen Gewinner gab – Verlierer gab es keine. Alle Ensembles hatten sichtlich ihren Spaß gehabt und genossen den Auftritt auf der professionell ausgestatteten Bühne, umrundet von Kameraleuten.

Die Aufgabe als Opener erfüllten Brasseroni aus Friedberg ganz locker. Ihr zweites Stück, ein Summer-Medley, enthielt unter anderem den Hit „Macarena“, zu dem die Musiker auf der Bühne und ihre Fans davor stilsicher mittanzten. Methner stellte ganz richtig fest: „Diese Kapelle hat die Latte schon mal hoch gelegt.“

Getreu dem Motto „Von Pop bis Polka“ trat mit Griabig und Gmütlich aus Bonstetten ein sehr traditionell aufspielendes Ensemble an, das tatsächlich zwei Polkas spielte. Dazu sah man zwar niemanden mittanzen, aber die Stadtpark-Besucher klatschten begeistert den Rhythmus mit.

Überhaupt das Publikum: Das wurde sowohl von den Bands als auch von der SWR4-Show bestens unterhalten: Zwischen 19 und 20 Uhr sorgte SWR4-DJ Dirk Starke für gute Laune. Bevor es los ging, heizte Moderator Methner den Besuchern ein. „Die Bäume müssen wackeln“, beschwor er sie und übte mit ihnen das Freudengeschrei aus Geislingen, das kurze Zeit später über den Äther ging.

Die spätere Siegerband, „DAH - Das ,L‘ steht für Musik“ stellte sich mit dem Pop-Titel „The Bad Touch“ vor. Mit einem Schlagzeug, drei Posaunen, einer Tuba, einem Keyboard und drei Trompeten wollen die Horgenzeller „den Brass in eine neue Sphäre heben“.  Besonders eindrücklich gelang ihnen das mit ihrem zweiten Stück „Killing in the name of“. Das Original der kalifornischen Crossover Band Rage against the Machine interpretierten die Bläser absolut überzeugend und bewiesen: Auch Heavy Metal geht mit Blech.

Die mit Abstand größte Formation brachte die Big Energy Band der Musikschule Geislingen auf die Bühne. Mit  „White Heat“ handelte sie sich zwar einen Punkteabzug ein, weil sie das Fünf-Minuten-Limit deutlich überzog – das hatten die Musiker aber gewusst. Dafür, dass sie dem Publikum das komplette Stück mit allen Soli päsentieren konnten, nahmen sie den Punkteabzug in Kauf.

Moderator Methner stellte anerkennend fest: „Da ist ordenlich Dampf dahinter“ und bat zum zweiten Stück den Gastgeber des Abends im Stadtpark auf die Bühne, der gleichzeitig als „special guest“ der Big Energy Band fungierte: Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer. Nun schallte „Sweet Home Alabama“ durch den Stadtpark, wobei sich das Publikum von Dehmer willig zum Mitsingen des Refrains einspannen ließ. 

Nachdem der Big-Band-Sound verklungen war, ging es weiter mit Funk und der Heidenheimer Formation Groovin‘ Bastards, die mit ihrer glitzernden Frontfrau und Sängerin Andrea Roth und den eingängigen Songs „Faith“ und „I got you“/Funkytown“ punkteten.

Für einen überraschenden Moment sorgte die  Timmy Band, deren erstes Stück auf einem Mash-up von Kraftklub und Sido (Randale / Fuffies im Club) basierte, ihr zweites Stück war ein Hip-Hop-Medley. Beide waren so originell, und die Timmy Band performte so begeisternd, dass sie Platz 2 erreichte und damit die Chance hat, von ihren Fans ins Finale gewählt zu werden.

Das SWR 4 Blechduell

Jury Edi Graf, SWR4; Klaus Wagenleiter, musikalischer Leiter der SWR Big Band, Rainer Kellmayer,  vom baden-württembergischen Blasmusikverband; Bettina Verheyen, GZ. Eine fünfte Stimme kommt durch die Wertung des Publikums zustande

Wildcard Die zwei der drei Zweitplatzierten der Vorentscheide können per Wildcard ins Finale kommen. Bis 18. Juni läuft auf swr4.de eine Online-Abstimmung.

Finale Das Finale des SWR4 Blechduells findet am 29. Juni auf dem Marienplatz in Ravensburg statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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