Geislingen Punkband verkündet „das neue Festament“

Die Punkband Turbobier aus Wien gastierte bei der MieV in Geislingen und machte ihr Publikum mit dem Motto „Das neue Festament 2“ und Geboten wie „Kein Bier ist illegal“ glücklich.
Die Punkband Turbobier aus Wien gastierte bei der MieV in Geislingen und machte ihr Publikum mit dem Motto „Das neue Festament 2“ und Geboten wie „Kein Bier ist illegal“ glücklich. © Foto: Konstantin Heidemann
Geislingen / Konstantin Heidemann 16.05.2018
Der Wiener Punkbank Turbobier ging es bei der MieV in Geislingen hauptsächlich ums Feiern.

Locker, lässig und ganz in schwarz gekleidet, mit Sonnenbrillen und Tattoos gestylt, präsentiert die Wiener Punkband Turbobier landauf und -ab ihren Musikstil, den die Jungs selber „Irokesentango“ nennen. Zum Schauplatz dieser ungewöhnlichen Live-Show wurde am Wochenende die alte Lkw-Waschhalle der Geislinger Musikerinitiative (MieV) in der Hauptstraße 134. Von unbändiger Energie getrieben rockten die vier Österreicher ihr aktuelles Programm mit dem feierlichen Titel „Das neue Festament Teil 2“, wobei es hauptsächlich ums Feiern ging. Und dies traf den Party-Nerv der Zuhörer ganz genau.

Zuvor hatte die aus dem Stuttgarter Raum stammende Punk-Rock-Band Gaffa knapp eineinhalb Stunden lang selbst komponierte, ehrliche und kritische Songs auf Deutsch ins Publikum gefeuert. Bei Gaffa geht es um den alltäglichen Wahnsinn, der von gesellschaftskritischen und politischen Themen bis hin zu authentischen Lebensgeschichten reicht – niemals reden die Jungs um den heißen Brei herum. Die politischen Songs von Gaffa wie „Staat“ oder „Dieses Land“ fanden ebenso guten Anklang wie die sozialkritischen Song-Texte von „Wir warten“, „Rudi“ oder „Sandra“. Große Begeisterung entfachte beim Publikum das dynamische Sound-Fundament aus wuchtig kantigen Gitarrenriffs, einem treibenden Bass und druckvollem Schlagzeug.

Es war der letzte Auftritt von Gaffa in dieser Besetzung – ­Bassist „Granny“ bedankte sich für die schöne gemeinsame Zeit, und danach legten die Stuttgarter noch eine Zugabe obendrauf. Der passende Titel lautete „Abschied“. Unter großem wohlverdientem Applaus verließen die freundlichen Punkrocker die Bühne zur Umbaupause.

Nur wenig später stand Sänger und Frontmann Marco Pogo von „Turbobier“ im Rampenlicht. Begonnen mit dem Song „Feuerwehrfestl“, „Floschenpfond“ oder „Feiertag“ war die Band ganz schnell wieder beim Programmmotto „Das neue Festament Teil 2“. Zwischendurch kam der groß gewachsene Sänger Marco Pogo mitten ins Publikum und predigte „Die zehn Gebote des neuen Festaments“. Marco forderte das Publikum auf: „Sprechet mir nach, meine Jünger der Feste und Freude“ und verkündete die ersten drei Gebote: „Du sollst nicht arbeiten, kein Bier ist illegal und jeder Tag ein Feiertag.“ Fast alle MieV-Gäste machten mit. Ebenfalls sehr gut kam der Song „Bierpartei“ an. Mit „Blackout“ endete ein zünftiges Wiener Punk-Spektakel.

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