Gesundheit „Auf einem Handtuch balancieren“

Geislingen. / Michael Scheifele 30.07.2018

 „Sport ist in! Was tun bei Sportverletzungen?“: Betroffene und Interessierte waren zum Klinik-Dialog über das Thema in die Alb-Fils-Kliniken eingeladen. Iris Lasser, Oberärztin bei den Alb-Fils-Kliniken, empfiehlt nach einer akuten Sportverletzung: Pause machen, kühlen, eine Kompression anlegen und das geschädigte Körperteil hochlegen, beziehungsweise ausruhen. Verletzte sollten keinen Alkohol trinken, weil dadurch die Blessur weiter anschwellen könnte. Außerdem sollte man, wenn nicht unbedingt nötig, keine durchblutungsfördernde Medikamente einnehmen.

Die Umknickverletzung ist die häufigste Blessur bei sportlichen Aktivitäten. Dabei lockert sich meist das äußere Kapsel-Band am Sprunggelenk. Die Ärzte legen Patienten nahe, das Bein bei einer solchen Verletzung eine Woche lang zu entlasten. Der Stellungssinn jedoch geht zunehmend verloren, wenn man das Bein nicht belastet.  Die Patienten sollten sich den Stellungssinn daher wieder  antrainieren: Für Betroffene bietet sich etwa die Übung an, auf einem Handtuch zu balancieren. Die Experten empfehlen,  ab der vierten Woche nach dem Unfall mit dem Training zu beginnen.

Um einer Umknickverletzung vorzubeugen, sei ein geeignetes Schuhwerk erforderlich: „Nur, weil die Herren bei der WM Stollenschuhe tragen, heißt das nicht, dass es auch  für Kinder das Beste ist“, sagt  Facharzt Matthias Dzieniszewski.

Sportler sollten vor allem bei rutschigen Flächen und bergigen Strecken vorsichtig sein. Allgemein empfiehlt Dzieniszewski  stabiles Schuhwerk zu tragen. Außerdem helfe es, das Körpergewicht zu reduzieren und Koordination und Reflexe zu trainieren.

Die Verletzung des Kniegelenks (Meniskus)  ist ebenfalls eine der häufigsten Sportverletzungen: Menisken, die als „Stoßdämpfer“ wirken, werden dabei geschädigt. Die Experten raten eher zu operieren, wenn der Patient den Meniskus in Zukunft durch Sport erheblich belasten wird: Wenn der Meniskus geschädigt ist, führen stärkere  Belastungen über die Jahre zum Gelenkverschleiß, der das altersübliche Maß übersteigt (Arthrose). Betroffene könnten dann nachhaltig in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein.

Eine Reihe von Präventivmaßnahmen schützen vor einer Verletzung beim Sport: Die Experten raten den Zuhörern sich fit zu halten, sich aufzuwärmen und die passende Ausrüstung zuzulegen.

Iris Lasser bemerkt zum Schluss: „Der Körper heilt alles am besten. Wir können nur dabei helfen.“ Wenn  Ärzte und Therapeuten zusammenarbeiten, sieht sie die meisten Heilungschancen.

Michael Scheifele

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