Schäden 5-Täler-Bad: Wer zahlt die Sanierung?

Das beheizte Außenbecken ist bei den Gästen des 5-Täler-Bads besonders beliebt (Archivbild), muss diesen Winter wegen der großen Schäden am ­Beckenkopf aber geschlossen bleiben.
Das beheizte Außenbecken ist bei den Gästen des 5-Täler-Bads besonders beliebt (Archivbild), muss diesen Winter wegen der großen Schäden am ­Beckenkopf aber geschlossen bleiben. © Foto: Sabrina Balzer
Geislingen an der Steige / Kathrin Bulling 29.12.2017
Das Außenbecken des 5-Täler-Bads bleibt diesen Winter zu. Experten prüfen, wer die Kosten für die Sanierung tragen muss.

Lange Gesichter gab es im Frühherbst bei vielen Besuchern des Geislinger 5-Täler-Bads: Zuerst war das Hallenbad wegen unvorhergesehener Reparaturarbeiten mit sieben Wochen mehr als doppelt so lange geschlossen wie sonst üblich. Und dann vermeldeten die Betreiber, die Stadtwerke Geislingen, dass das beheizte Außenbecken aufgrund größerer Fliesenschäden „bis auf Weiteres“ ­gesperrt bleiben müsse.

Ende Oktober war dann klar: Das Becken muss komplett saniert werden und bleibt deshalb den ganzen Winter über zu. Als Ersatz wurden die Eintrittspreise um 20 Prozent gesenkt und der aus dem „alten“ Hallenbad bekannte Warmbadetag wieder eingeführt.

Martin Bernhart, Werkleiter der Stadtwerke und Geschäftsführer der Energieversorgung Fils­tal (EVF), bezeichnet den Ausfall des Außenbeckens „natürlich“ als „Rückschritt“ – mit den getroffenen Maßnahmen sei es aber gelungen, diesen abzumildern. Das bestätigt der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer: Im November habe die Bevölkerung die Kompensationsmaßnahmen durch gute Besucherzahlen honoriert.

Wie lange das Außenbecken gesperrt bleibt, auf welche Weise es saniert wird – ob wieder mit Fliesen oder Einbau eines Edelstahlbeckens –, wie teuer die ­Sanierung wird und wer dafür bezahlen muss: All diese Fragen könnten derzeit abschließend nicht beantwortet werden, erklärt Bernhart, der telefonisch nicht erreichbar war und schriftlich auf die Fragen der GZ antwortete. Man prüfe und verhandle aktuell „die Form der Sanierung und die Kostentragung“.

Gutachter und Juristen haben sich längst der Sache angenommen, denn: Die Schäden am Beckenkopf, dem Bauteil zwischen dem Beckenumgang und der Wasserfläche, betreffen laut Bernhart die bauliche Ausführung; derzeit prüfe man, ob sie noch unter die Gewährleistung fallen. Sollte das der Fall sein, müsste wohl die ausführende Firma für den Schaden geradestehen.

Mutmaßungen von Badegästen, die Sperrung des Außenbeckens komme den Betreibern gerade recht, weil sich damit hohe Energiekosten einsparen ließen, wollte Bernhart nicht kommentieren. OB Dehmer verneint dies „zu 100 Prozent“: „Wer so etwas sagt, hat entweder keine Ahnung oder er schimpft einfach gerne.“ Die Überlegungen zur schnellstmöglichen Sanierung des Beckens stünden im Vordergrund.

Ebenfalls geprüft wird derzeit, wie es sich mit der Haftung für undichte Stellen im Innenbecken verhält: Dort hatten Silikonfugen erneuert werden müssen (wir berichteten). Um einen bereits regulierten Haftpflichtfall handelte es sich laut Bernhart dagegen bei den Fliesen im Duschbereich: Dort hatte das mit der Reinigung beauftragte Dienstleistungsunternehmen falsche Reinigungsmittel verwendet, die die Oberfläche der Fliesen angegriffen hatten. Sie mussten ausgetauscht werden.

Abgesehen vom Außenbecken sei das vor acht Jahren in Betrieb genommene Bad in einem guten Zustand, erklärt Bernhart: „Unsere Erfahrungen im Betrieb zeigen, dass aufgrund der besonderen Bedingungen in Bädern schon nach kurzer Zeit Schäden auftreten oder nach Reparaturen wieder auftreten. Diese Feststellung ist zweifellos ärgerlich, bewahrheitet sich aber immer wieder.“

Dehmer sagt, es sei schade, dass nach wie vor auf dem 5-Täler-Bad „herumgehackt“ werde – auch, nachdem die Preise gesenkt und Anregungen von Badegästen aufgegriffen worden seien. Das mache es dem Bad immer wieder schwer, sein Image zu verbessern.

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