Geislingen an der Steige 5-Täler-Bad z: Wirte werfen das Handtuch

5-Täler-Bad Geislingen
5-Täler-Bad Geislingen © Foto: Markus Sontheimer
RODERICH SCHMAUZ 29.11.2012
Im 5-Täler-Bad in Geislingen ist der Wurm drin: Jetzt werfen die enttäuschten und verärgerten Gastronomen Claudia und Jürgen Heubner das Handtuch.

Am 1. 11. 2011 übernahmen Claudia und Jürgen Heubner hoffnungsvoll die Bewirtung im neuen 5-Täler-Bad in Geislingen. Nach gut einem Jahr sind sie am Ende. Am Freitag halten die beiden wahrscheinlich zum letzten Mal die Stellung in der schmucken Küche - Notiz wird davon kaum jemand nehmen. Mit ihnen wirft bereits der zweite Betreiber der Gastronomie in dem Kombibad entnervt das Handtuch, der erste Pächter hielt nur ein Dreivierteljahr durch.

"Wir können nicht mehr, die Schlinge um den Hals wird immer enger", verdeutlicht Jürgen Heubner seine prekäre geschäftliche Lage. "Wir legen an jedem Tag drauf, an dem wir noch hier sind", erläutert seine Frau.

Seitdem das Freibad geschlossen und also nur noch das Hallenbad geöffnet ist, "ist die Gaststätte definitiv tot", klagt Jürgen Heubner. Am vergangenen Donnerstag betrug sein Umsatz nach zehn Stunden Öffnungszeit 1,50 Euro - ein Stammgast hatte einen Kaffee getrunken.

Eine schlechte Stimmung bei den Badegästen im 5-Täler-Bad, viel zu wenig Leute, die zum Schwimmen kommen, und erst recht kaum welche, die etwas zum Essen und Trinken holen, zählen die Heubners als Gründe auf. Obwohl sie vertraglich das exklusive Bewirtungsrecht im Badeareal haben, habe es die Bäderleitung zugelassen, dass sich während der Freibadsaison Gäste in Scharen nebenan bei der Minigolfanlage verpflegt hätten. Dann wiederum habe ein Pizzaservice bestellte Essen ins Bad angeliefert.

Eigentlich läuft der Pachtvertrag der Heubners noch ein Jahr, doch scheine die Bäderleitung einer vorzeitigen Auflösung zuzustimmen. Die beiden Gastronomen zahlen eine Umsatzpacht; hinzukämen aber erhebliche Nebenkosten.

Am 4. Oktober stellten die Heubners schriftlich ein offizielles Hilfegesuch um einen Betriebskostenzuschuss an die Stadtverwaltung, an welche sie von den Stadtwerken verwiesen worden seien. "Bis heute haben wir keine Reaktion erhalten", zeigt sich Jürgen Heubner enttäuscht. "Man lässt uns hier mit unserer Misere hocken."

Bekanntlich verursacht der Bäderbetrieb hohe Verluste.