CDU-Neujahrsempfang Zurückbesinnen auf die alten Werte

Staatssekretär Norbert Barthle spricht in Murrhardt über die Frauen in seiner Partei, die die Wahl der Bundesvorsitzenden „zu einer längst überwunden geglaubten Frauen-Männer-Geschichte hochstilisieren wollten“.
Staatssekretär Norbert Barthle spricht in Murrhardt über die Frauen in seiner Partei, die die Wahl der Bundesvorsitzenden „zu einer längst überwunden geglaubten Frauen-Männer-Geschichte hochstilisieren wollten“. © Foto: Karl-Heinz Rückert
Murrhardt / Karl-Heinz Rückert 14.01.2019
Die CDU in Murrhardt lädt zum Neujahrsempfang. Stadtverbandsvorsitzender Devrikis wünscht sich Mitgliederentscheid für Spitzenpositionen innerhalb der Partei.

Die im Jahr 2019 anstehenden Wahlen warfen beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands Murrhardt in den Grußworten von Bürgermeister Armin Mößner, dem Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Bartle und dem Politischen Staatssekretär Wilfried Klenk ihre Schatten vo- raus. Auch die Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Annette Widmann-Mauz, unterstrich in ihrer Festrede die Bedeutung der Wahlen für Deutschland.

Der Stadtverbandsvorsitzende Georg Devrikis verglich die Zwistigkeiten innerhalb der Partei mit einer Kreuzfahrt, auf der die Partei in turbulente Gewässer und auf unverständliche Routen geraten sei. Er forderte, sich mehr um die Sorgen, Wünsche und Ziele der Bürger zu kümmern, „das macht uns wahrnehmbar anders“. Einer Volkspartei würde es auch gut anstehen, wenn Mitglieder Spitzenkandidaten für eine Wahl per Mitgliederentscheid wählen könnten.

Werte vorleben und bewahren will der Stadtverbandsvorsitzende in der Chancengleichheit, sozialen Themen wie der bedarfsgerechten Kinderbetreuung. Niemand solle durch das soziale Netz fallen. Eine konstruktive Zusammenarbeit in Gremien und mit der Verwaltung mache Freude „unser Städtle noch mehr zu einer liebenswerten und lebenswerten Heimat zu machen“.

Wahlen und Diesel

Die Herausforderungen im noch jungen Jahr sah Bürgermeister Armin Mößner vor allem in den anstehenden Wahlen. Er machte auch über seinen Ärger über die Auswüchse des Dieselfahrverbots: „Wenn es nicht ernst wäre könnte man darüber lachen“. Er freute sich aber im nächsten Moment über den erwarteten Flächenausgleich im kommunalen Finanzausgleich. Die Gewinnung von Wohnraum in der Stadt Murrhardt sei eine gesellschaftliche Herausforderung, die durch Wohnbauprojekte und der Aktion „Türöffner“ mit dem leerstehenden Wohnraum begegnet werden könne. Gewerbeflächen, Investitionen in die Infrastruktur, die Innenstadtoffensive, alles werde Fortschritte bringen, war sich Mößner sicher.

„2018 war politisch nicht ganz so erfreulich“, lautete das Resümee von Staatsekretär Norbert Bartle mit Blick auf das Gezerre im Berliner Regierungslager. Dennoch habe entgegen anderen Behauptungen gute Sachbearbeitung stattgefunden. Geärgert hat sich der bekennende Friedrich Merz-Wähler aber über die Frauen in seiner Partei, die die Wahl der Bundesvorsitzenden zu einer längst überwunden geglaubten Frauen-Männer-Geschichte hochstilisieren wollten. Die Entwicklungen zur künstlichen Intelligenz sah der Politiker als zukünftige Herausforderungen. Für Bartle wäre die Vernichtung von nicht benötigten und weggeworfenen Lebensmitteln ein Lösungsansatz dem weltweiten Hungerproblem zu begegnen. Er schätzt mit Blick auf die „Halbzeitentscheidung“ des Koalitionspartners SPD, dass das Jahr 2019 spannend werde, hofft aber auf ein gutes Jahr.

Diese Einschätzung teilte auch Wilfried Klenk: „Uns geht es gut.“ In Baden-Württemberg herrsche Vollbeschäftigung. Herausfordernde Sorgen um die Alterssicherung, familiäre Situationen und um Arbeitsplätze, die durch Digitalisierung wegfallen, dürften nicht ignoriert werden. Man müsse die Menschen mitnehmen um glaubhaft zu sein. Zunehmende Unsicherheiten gepaart mit einer gewissen Endzeitstimmung in der Gesellschaft bereiteten den Boden für Demagogen und unerträglichen Populismus. Nur wenn der Nährboden trockengelegt werde, könne man diesen Bestrebungen Paroli bieten.

„Überall brodelt es“, stellte Staatsministerin Annette Widmann-Mauz in Murrhardt fest. Mauern und Handelsbeschränkungen gelte es, ein humanitäres christliches Menschenbild entgegenzusetzen.

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