Welzheim Mord im Barbarenland

Welzheim / Marcus Schaaf 20.08.2018
Am Tag des offenen Denkmals, der am 9. September begangen wird, gibt es spannende Aktionen zum 25-jährigen Bestehen des Archäologischen Parks Welzheim. Das Kastell wird für die Besucher wieder mit Leben erfüllt.

Passend zum 25-jährigen Jubiläum der europaweiten Aktion „Tag des offenen Denkmals“ feiert auch der Archäologische Park Welzheim sein erstes Vierteljahrhundert. 1993 wurde die rekonstruierte       Toranlage um das parkähnliche Areal des einstigen Römerkastells erweitert. Dazu gehören der Nachbau eines römischen Brunnens und die Abgüsse wichtiger steinerner Inschriften zur Römerzeit aus ganz Baden-Württemberg. Seither ist Welzheim auch im Rahmen des Limes, im Jahr 2005 zum Unesco-Welterbe erklärt, ein wichtiger überregionaler Vermittlungsort geworden.

Besucher helfen beim Ermitteln

Das Doppeljubiläum wird nun am Samstag, 8. September, um 18.30 Uhr feierlich mit einem kleinen Festakt mit Landrat Dr. Richard Sigel im Welzheimer Ostkastell eröffnet. Gegen 19 Uhr wird das Denkmal  mit einer abendlichen Inszenierung in Szene gesetzt. In Form eines Krimis gilt es hier, die Ursache eines fiktiven römischen Mordfalls im Barbarenland zu klären. Dabei sind die Besucher nicht nur Zuschauer der Tataufklärung, sondern selbst aktive Ermittler, die durch Zeugenaussagen und eigene Beobachtungen nach den Tätern fahnden. Nach erfolgreichen Ermittlungen lädt die Römergruppe an das Lagerfeuer ein, um den Abend im römischen Flair ausklingen zu lassen.

Das Historienspektakel wird am Sonntag, 9. September, fortgesetzt. Die Welzheimer Römergruppe „Numerus Brittonum“ öffnet die Tore des Ostkastells und lädt zu einem besonderen und vielfältigen Mitmachprogramm ein. Es gibt ein Planspiel, bei dem Besucher selber aktive Mitspieler und Mitdenker werden.

Bei der Gelegenheit können sich die Festgäste für den Nachmittag – das Programm dauert von 13 bis 16 Uhr – als römische Soldaten oder Soldatinnen einschreiben lassen und beweisen, dass sie für das harte Leben am Limes gerüstet sind. Wahlweise um 13 Uhr oder um 14.30 Uhr können sie in das Spiel einsteigen. Auf verschiedenen Stationen gilt es nun, seine Fähigkeiten etwa im Bogenschießen, logischen Kombinieren, beim Basteln oder auch in der römischen Feldküche unter Beweis zu stellen.

Die Kunst dabei ist es, denjenigen Personen, die man bei diesem Spiel trifft, gut zuzuhören und auch dafür zu sorgen, dass das Lagerleben wieder „rund“ läuft. Wenn dies gelingt, winken den Teilnehmern das „römische Bürgerrecht“ und weitere Belohnungen.

Für einen sicheren Teilnahmeplatz empfiehlt es sich laut Ve-   ranstalter, sich anzumelden. Der Kostenbeitrag beträgt im Basispreis 2 Euro, mit einem Getränk und für das Lederbeutel-Basteln 5 Euro, was bei der Online-Anmeldung angegeben werden muss.

Drei Kastelle auf dem Gebiet der Stadt

Der Bau des Limes erstreckte sich von etwa 150 bis 210 nach Christus. Im Endausbau bestand der obergermanische Limes aus Palisade, Graben, Wall, Patrouillenweg und Steintürmen. Am Limes entlang waren in mehr als 60 größeren Kastellen mit einer Anzahl Kleinkastellen Hilfstruppen stationiert.

Welzheim war einer der Standorte am mehr als 550 Kilometer langen Grenzwall, auch „Teufelsmauer“ genannt. Gleich drei Kastelle waren auf dem Gebiet der heutigen Stadt Welzheim angelegt: das Westkastell, ein Reiterlager, das Ost- oder Numeruskastell und das Kleinkastell Rötelsee für Fußsoldaten.

Details zum Programm und Anmeldung: www.lebenamlimes.de oder www.ostkastell-welzheim.de.

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