Fichtenberg Zeitverlust für Rettungskräfte

Der umstrittene Bahnübergang beim Plapphof. Die Bahn möchte ihn beseitigen, die Bürger wollen ihn erhalten, weil er bei Notfalleinsätzen den kürzesten Weg biete.
Der umstrittene Bahnübergang beim Plapphof. Die Bahn möchte ihn beseitigen, die Bürger wollen ihn erhalten, weil er bei Notfalleinsätzen den kürzesten Weg biete. © Foto: kr
Fichtenberg / Karl-Heinz Rückert 11.07.2018
Erstmals beginnt die Reihe der Teilortsversammlung in Fichtenberg vor der Bürgerversammlung. In der Diskussion nimmt die Schließung des Bahnübergangs Plapphof breiten Raum ein.

In den Fichtenberger Teilorten Plapphof, Langert, Hornberg, Rupphof und Retzenhof mangelt es an Versammlungsräumlichkeiten. Gut 30 Einwohner dieser Orte folgen deshalb der Einladung ins Fichtenberger Rathaus. Allgemeine kommunalpolitische Themen standen auf der Tagesordnung der Versammlung. Die Baulandentwicklung im Gemeindegebiet stand dabei im Vordergrund.

Neben den neu erschlossenen Baugebieten sei der Blick auf die Nutzung vorhandener Baulücken im Hauptort gerichtet, erklärte der Bürgermeister. Zudem hatte die Gemeindeverwaltung alle Bewohner der Teilorte aufgerufen, Wünsche zur Ausweitung der Baumöglichkeiten in ihren Wohnbereichen zu äußern. Außer für eine kleinere Fläche im Langert wurden in den anderen Siedlungsbereichen keine Anträge gestellt. Die Gemeinde werde auch in Zukunft erst tätig werden, wenn entsprechende Wünsche zur Erweiterung der örtlichen Baugrenzen vorgetragen werden, versicherte Roland Miola.

Illusionen zerstreut

Zur Breitbandversorgung der Teilorte bestehen in der Verwaltung konkrete Planüberlegungen, sagte Miola. Die westlichen Teilorte könnten über parallele Leitungen entlang der Gasleitung versorgt werden. Anschlüsse für Michelbächle und Erlenhof wären über einen Knoten vom Kirgel her erschließbar. Bürgermeister Miola zerstreute jedoch Illusionen über eine schnelle Ausführung der Breitbandversorgung: „Die Bautätigkeit kann nicht morgen stattfinden.“

Bei örtlichen Tiefbaumaßnahmen werde die Gemeinde wie die meisten Kommunen jedoch Vorsorge für eine spätere Verlegung der Leitungen treffen. Breiten Raum nahm die Debatte um eine mögliche Schließung des Bahnübergangs beim Plapphof ein. Derzeit erarbeitet die Bahn Studien zur Lösung des Problems. Man müsse abwarten, was dabei rauskomme, versuchte Roland Miola die Gemüter zu beruhigen. Er erwartet die Vorlage der Ergebnisse noch vor der Sommerpause. Für die Bewohner von Plapphof und Retzenhof ist die Lösung einfach: „Der Bahnübergang soll bleiben.“

Brücke mit Beschränkung

Im Fall von Rettungseinsätzen, argumentieren sie, bedeute die Umleitung über Fornsbach über den nördlich der Bahnlinie verlaufenden Parallelweg einen Zeitverlust. Außerdem hat die in diesem Straßenverlauf enthaltene Brücke über den Mahdbach eine Tonnagenbeschränkung und kann mit Feuerwehrfahrzeugen nicht passiert werden. Diese Argumente nannten die Plapphofer bereits bei der Bürgerversammlung im letzten Jahr, als Vertreter der Bahn anwesend waren. Bemängelt wurde vonseiten der Versammlungsteilnehmer die Position der Beschilderung zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Schanz. Sie würde von vielen Verkehrsteilnehmern so gut wie nicht beachtet. Außerdem sei eine angekündigte Geräuschminderung durch die neue Fahrbahndecke auf der Schanz nicht eingetreten. Bürgermeister Miola versicherte, die Gemeinde werde die Kritik weitergeben und zudem Geschwindigkeitskontrollen auf diesem Streckenabschnitt beantragen. Eine schnelle Lösung versprach er zur Beseitigung eines Fehlers an der Straßenlampe beim Feuerwehrgerätehaus im Langert.

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