Von den Bewohnern des Hauses wird das Feuer zunächst nicht bemerkt. Den Notruf wählt gegen 3.30 Uhr eine junge Frau aus Michelfeld, die auf dem Weg zum Pferdehof Dendelbach über Ziegelmühle fährt. Sie hatte sich um ihr Pferd gesorgt, ob es den Böller-Lärm der Silvesternacht gut überstanden hat.

Die Rosengartener Feuerwehr ist schnell mit sieben Fahrzeugen und 45 Mann vor Ort. Bald ist klar, dass Verstärkung aus Hall angefordert werden muss. Denn das Feuer schwelt hartnäckig in den Wänden und greift auf den Dachstuhl über. Die rund 25 Haller Kameraden rücken mit ihrem Drehleiterauto, zwei Löschgruppen- sowie einem Atemschutzfahrzeug an. Letzteres wird wegen der starken Rauchentwicklung benötigt.

Als der Notruf ausgelöst wird, befinden sich in der Mietwohnung im Obergeschoss gerade fünf Personen. Sie können sich alle selbst in Sicherheit bringen, werden jedoch mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die zwei Bewohner der Dachgeschosswohnung, ein junger Mann und eine junge Frau, feiern Silvester auswärts und sind nicht zu Hause.

Mit tausenden Litern Wasser aus dem nahe gelegenen Dendelbach wird das Feuer bis zum Morgengrauen größtenteils unter Kontrolle gebracht. Doch die Feuerwehrleute gehen auf Nummer sicher, versuchen, auch die letzten möglichen Glutnester im Gemäuer unschädlich zu machen. Gegen Mittag ist ihr Einsatz beendet.

Suche nach Ersatzunterkunft

Günter und Brigitte Heizmann, die Eigentümer des Hauses, schauen den Feuerwehrkameraden bei den letzten Arbeiten zu. Bis in die Neunzigerjahre wohnten sie selbst in dem Haus, bevor sie auf der anderen Straßenseite direkt gegenüber ein neues bauten. „Erst vor Kurzem haben wir das Dach neu gemacht“, sagt Günter Heizmann traurig. Nun bleibe abzuwarten, wie hoch der durch Feuer und das viele Löschwasser entstandene Schaden tatsächlich sei. Ein kleiner Trost bleibt den Heizmanns: ihr direkt ans Wohnhaus angrenzendes Sägewerk blieb vom Feuer verschont. Bereits seit 1927 befindet es sich in Familienbesitz.

Rosengartens Bürgermeister Jürgen König sagte den Geschädigten des Brandes Unterstützung über den gemeindeeigenen Hilfsfonds „miteinander – füreinander“ zu. Für die Mieter des Brandhauses möchte er bei der Suche nach Ersatzunterkünften behilflich sein.

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