GUIDO SEYERLE

Wie findet man heraus, welche Gasthäuser in einer Touristenstadt eine reelle Küche bieten? Man spaziert durch die Seitengassen und beobachtet, in welche Gaststätten die Einheimischen einkehren. In Rothenburg ob der Tauber lernt man dadurch schnell die Silberne Kanne - etwas abseits vom viel besuchten Marktplatz - kennen. Die Portionen sind dort nicht touristisch klein und die Schürls, die seit 1983 in der Kanne wirken, bieten regionale Küche zu akzeptablen Preisen.

Da Harald Schürl, der aus Ilshofen stammt, viel zu erzählen hat, machen wir vorab unsere Spaziergänge. Die kurze Tour ist ein Stadtrundgang. Wir wandern durch die Judengasse zum Klosterweth. Dort halten wir uns links und erreichen den Burggarten, wo sich wunderbare Blicke ins Taubertal ergeben. Über den Marktplatz kommen wir zurück. Auf der langen Tour folgen wir ab der St.-Jakobs-Kirche dem Jakobsweg Richtung Schwäbisch Hall (nicht Richtung Ulm!). Dadurch wandern wir hinunter zur Tauber, kommen bergauf zum Bismarkdenkmal. Bergab erreichen wir den Campingplatz Tauberromantik. Kurz danach gewinnen wir über die Langenmühlklinge wieder an Höhe und kommen in die Altstadt zurück.

Harald Schürl empfiehlt die Fränkische Brotsuppe und den Bauernschmaus. Diese Wahl erweist sich als vorzüglich. Die Zwiebeln in der Brotsuppe zergehen auf der Zunge, der Speck bringt eine angenehme Würze. Das Hauptgericht füllt den ganzen Teller aus und ist die optimale Wandererstärkung. Das Ei legt sich fein um das dünne Schnitzelfleisch, dessen Füllung zusammen mit der Soße die Würze bringt. Zum Abschluss darf es der hauseigene Williamsschnaps sein.