Jahresfeier Windel-Attacke auf das Publikum

Sulzbach-Laufen / Verena Köger 05.12.2018
Tanzen, turnen, tollen: Große und kleine Sportler des TSV Sulzbach-Laufen zeigen in der Stephan-Keck-Halle ihre Talente.

Was haben Biene Maja, Andreas Gabalier und Winnetou gemeinsam? Sie alle gehören zum Programm der Jahresfeier des TSV Sulzbach-Laufen. Bunt, tierisch und wild geht es am Wochenende auf der Bühne in der fast voll besetzten Stephan-Keck-Halle zu.

„Manege frei!“, heißt es zunächst beim Kleinkinderturnen. „Die Jüngsten unserer Sportfamilie“, freut sich Steffen Unzeitig, Vereinsvorsitzender und Moderator, haben die Bühne in den Zirkus Bambini verwandelt. Die Meute wird gleich von acht Übungsleiterinnen im Zaum gehalten. Beim Balancieren mit einem Schirm über ein Seil auf dem Boden ist Präzision gefragt. Verständlich, dass sich die Mädchen hier besonders viel Zeit lassen. „Dompteurin“ Lisa Munz beweist, dass sie ihre „Tierchen“ beim Krabbeln durch den Hula-Hoop im Griff hat. Die Kinder zeigen auch, dass eine Sportmatte als Rutsche ganz gut dienen kann.

Schwarzes Oberteil, gelbe Röcke und Wackelfühler auf dem Kopf – als die acht Mädchen vom Kindertanzen die Bühne betreten, ist klar, wen sie darstellen. Als Biene Majas bewegen sich die Tänzerinnen im Alter von drei bis sieben Jahren verträumt zum gleichnamigen Lied. Drehung, runter in die Hocke, Arme nach oben – die Choreografie hat Tamara Hähnle einstudiert. Sie hat die Gruppe im September von Christel Chatzidimitriou übernommen, die das Kindertanzen 2004 ins Leben gerufen hat.

Das MSE hat das Programm mit zwei Beiträgen mitgestaltet. Die Abkürzung steht übersetzt für die Ausbildung in moderner Selbstverteidigung. Übungsleiterin Nicole Puscher übt mit 25 Kindern und Jugendlichen spielerisch Kampftechniken, Koordination und Teamarbeit. Beim ersten Auftritt machen die Kids und Teens mit Dirndl und Lederhosen Andreas Gabalier zu seinem Lied „Hulapalu“ Konkurrenz. Arme nach rechts, nach links, klatschen und drehen.

Boxer zwingt Polizist zu Boden

Beim zweiten Auftritt führen Polizist, Sportler, Maler, Schreiner, Boxer und Ballerina aufgestellt in einer Reihe vor, welche Bewegungen typisch für ihren Beruf sind – gleichzeitig, ohne sich in die Quere zu kommen. Die rund 250 Zuschauer samt dem Bürgermeister Markus Bock und Sportkreisvorsitzenden Josef Singer lachen, als der Boxer den Polizisten zu Boden zwingt, weil der Beamte nicht von der Bühne geht.

Wurde früher eigentlich anders geturnt als heute? Diese Frage stellen sich die „Elendigen Schläpple“, die Jugendturnerinnen bei ihrem Auftritt „The next generation“. Früher waren es Übungen direkt auf dem Boden, heute geht’s mehr in die Luft, erklärt Karolin Hessenthaler, die die Gruppe mit Sissi Kreutzer seit einem Jahr leitet. Dass die beiden ihre Aufgabe gut machen, ist an den schwierigen Übungen der Mädchen zu sehen. Salto, Handstand, Brücke, Spagat – in ihren blau-rot-weißen Turnoutfits macht jede ein tolle Figur.

Als die AH und die Tischtennis-Abteilung auf der Bühne auftauchen, ist klar: Jetzt ist die ältere Generation dran. Mit Rollatoren tippeln die Männer, die selbst ernannten „Rolling Bones“, los. Kittelschurz, Kompressionsstrümpfe, Gesundheitsschuhe – die sportlichen Jahre sind wohl vorbei? Weit gefehlt! Zu „Rock around the clock“ kurven die Herren über die Bühne. Powackeln inklusive Schlüpfer-Blitzer gibt es zu sehen. Doch als die rothaarige Krankenschwester auftaucht, ist der Spaß vorbei. Kritisch inspiziert sie die Wehwehchen der Herren. Eines davon hat Klaus Sanwald unter dem Rock: eine Senioren-Windel mit braunem Inhalt, den die Krankenschwester (Karl Jäger) erschrocken in Richtung Publikum wirft.

Was man mit Bierflasche und -kisten so alles anstellen kann, führen Fußballer der aktiven Herrenmannschaft schließlich vor. Ob Klopfen zu „We will rock you“ oder Panflöten-Klänge wie Winnetou – die TSVler zeigen, gekleidet in Badehose, Sakko und Strohhut, ihre musische Kreativität abseits des Spielfeldes. Auch Paartanz mit der Bierkiste ist möglich. So vertreiben sich die Spieler also ihre freie Zeit, wenn sie nicht auf dem Sportplatz stehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel