Die familiäre Atmosphäre mit Liedern zum gemeinsamen Singen, klangschönen Chorvorträgen und Instrumentaldarbietungen zum genussvollen Zuhören im Licht vieler Kerzen machen das traditionelle Kirchenkirnberger Quempassingen am zweiten Advent zum besinnlichen vorweihnachtlichen Erlebnis.

Heuer lockt es so viele Besucher an, dass die evangelische Kirche voll besetzt ist. Verschiedene Vokal- und Instrumentalensembles präsentieren hoch motiviert und engagiert ein abwechslungs- und klangfacettenreiches Programm. Es umfasst alte adventliche und weihnachtliche Weisen, teils in neuen Bearbeitungen, aber auch moderne Melodien und kurzweilige Werke.

Kinder spielen Orff-Instrumente

Tosenden Beifall gibt’s für eine Premiere: Erstmals treten vier- und fünfjährige Kinder der musikalischen Früherziehung mit Orff’schen Instrumenten auf. Gemeinsam mit dem kleinen, feinen Kinderchor und einer Blockflötengruppe bieten sie voller Eifer und Freude das moderne Lied „Weihnachtszeit, bald ist es so weit“ von Hans Georg Reinhard dar. Es wirkt wegen seiner ungewöhnlichen Harmonik reizvoll exotisch-asiatisch, die Begleitung klingt wie ein indonesisches Gamelan-Ensemble.

Rhythmisch beschwingt präsentiert der Kinderchor „Kommt mit nach Bethlehem“ aus dem gleichnamigen Singspiel von Klaus Lohrbächer. Ein großes Hörvergnügen ist die Suite „Weihnachten rund um die Welt“ des Amerikaners Edward Huws Jones, mit Verve dargeboten von Musikern des Kammerorchesters Murrhardt. Darin gestaltet der Komponist augenzwinkernd Weihnachtslieder folkloristisch im Stil verschiedener Länder und Kulturen, wobei manche Klangfarben und Rhythmen seltsam wirken. So klingt eine englische Weise wie eine Stubenmusik des Voralpenlandes, eine Melodie aus Puerto Rico wie ein Tango und eine deutsche Weise wie ein mittelalterlicher Tanz. Zudem tragen die Musiker zwei amerikanische Melodien vor: Gefühlvoll wie Musik in einem Hollywood-Film klingt „Der heilige Knabe“ von John Ireland, fröhlich swingend „Jingle Bells“, von James Lord Pierpont in 19. Jahrhundert komponiert und heute ein weltweit beliebter Weihnachtssong.

In stimmungsvoller Harmonie bringt der Kirchenchor alte Weisen zum Ausdruck, unter anderem das hymnische „Hoch tut euch auf“ des Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck oder Martin Luthers „Vom Himmel hoch“ in prächtiger barocker Klangsprache.

Schöne Stimmen

Die schönen Stimmen des Frauenchors „Con spirito“ gestalten gefühlvoll das alte englische „Ein kleines Kind ist dort geboren“ aus dem 15. Jahrhundert mit bezaubernder moderner Orchesterumrahmung von Christopher Wig­gins. Flott swingend singt der Frauenchor dagegen das jazzige „Sage, wo ist Bethlehem“ von Ingo Bredenbach. Ein wichtiges Element ist das gemeinsame Singen bekannter Melodien von Konzertbesuchern und Mitwirkenden, wie „Tochter Zion“. Überraschend gut klingen auch Kanons, die Uwe Matti dem Publikum beibringt, wie zu „Macht hoch die Tür“. Wie jedes Jahr verteilen die Kinder Kerzen an die Zuhörer, untermalt von Andre Wolffs besinnlichem modernen Lied „Tragt in die Welt nun ein Licht“. Und dann kommt der krönende Abschluss, der große Weihnachts-­Vorfreude auslöst und der Veranstaltung den Namen gibt: Das mitreißend jubelnde, frühbarocke „Den die Hirten lobeten sehre“ nach dem lateinischen „Quem pastores laudavere“ von Michael Praetorius. Da singen und musizieren alle Mitwirkenden, und die Zuhörer stimmen freudig ein in den Refrain „Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn“.

Mit lautstarkem Beifall danken die Besucher der großen Schar der Mitwirkenden für die rundum gelungenen Darbietungen. Ebenso dem Ehepaar, das die verschiedenen Ensembles mit intensiver Probenarbeit vorbereitet hat und Regie führt: Uwe Matti, Leiter der evangelischen Kirchenmusik Kirchenkirnberg, und seine Frau Judith-Maria Matti, Leiterin der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land.