Landwirtschaft Von Feinschmeckern geschätzt

Limpurger Rind.
Limpurger Rind. © Foto: Privatfoto
Schechingen / Alfred Pradel 17.06.2017

Seit dem Ende des 30-jährigen Krieges war das Leintäler Rind, nach dem Verbreitungsgebiet in der ehemaligen Grafschaft Limpurg „Limpurger Rind“ genannt, ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, als Arbeitstier, als Milch- und Fleischlieferant.

Doch nach einem Verdrängungswettbewerb mit anderen Rassen galt das Dreinutzungsrind in den 1980er-Jahren offiziell als ausgestorben. Engagierte Landwirte haben die vielseitige Rasse gerettet, heute gibt es wieder fast 1000 dieser stolzen Rinder. Der Riedhof zwischen Heuchlingen und Schechingen liegt idyllisch. Fährt man auf den Hof, begegnen einem wunderschöne Rinder, an denen eines auffällt: Alle Tiere tragen ihre Hörner. Ruhig nähern sich die Limpurger dem Besucher, neugierig und freundlich. Selbst der mit den Kühen auf der Weide stehende Bulle mustert den Fremden ohne Wildheit, immerhin hat er einige Frauen zu beschützen. Josef Holl, Landwirt auf dem Riedhof und Besitzer der Limpurger Rinder, war von Anfang an dabei, als es galt, das Dreinutzungsrind zu erhalten.
14 Mitglieder, 56 Kühe, so lautete die Bilanz 1987, als die Züchtervereinigung „Limpurger Rind“ gegründet wurde mit dem Ziel, die Rasse mit dem feinen Knochenbau, der guten Milchleistung und dem vorzüglichen, zarten Fleisch zu retten. Immer noch gefährdet, aber mit fast 1000 Tieren mittlerweile stabilisiert, kann das Limpurger Rind einer Zukunft entgegenblicken.

Die Züchtervereinigung feiert ihr 30-jähriges Jubiläum am 24. Juni mit einer Landes-Rasseschau auf dem Marktplatz in Schechingen. Los geht’s um 9 Uhr mit dem Auftrieb der Tiere. Um 11.30 Uhr wird sich die Züchterjugend mit einem Vorführwettbewerb präsentieren. Fachkundige Richter prämieren die Milch- und die Mutterkühe, um 14 Uhr werden die Sieger geehrt.

Rückkehr zur Regionalität

„Wir wollen auch Lust machen auf ein fein marmoriertes, zartes Fleisch, dass es sicherlich nicht beim Discounter, aber bei den Züchtern ab Hof, ausgewählten Metzgereien und natürlich in Wirtschaften und Restaurants gibt,“ betont Landwirt  Josef Holl. Seit einigen Jahren wird der im Alter von 30 Monaten geschlachtete Weideochse vom Limpurger Rind als Presidio von Slow Food den Menschen und der guten regionalen Gastronomie nähergebracht. „Wir erleben die Rückkehr vieler Menschen zu Qualität und Regionalität. Lieber weniger, aber dafür exzellent ist die Devise.“
Neben den Tieren wird es beim Fest in Schechingen viele Informationen von der Züchtervereinigung „Limpurger Rind“ geben, darunter auch ein Verzeichnis, wo man das Fleisch beziehen oder genießen kann. Denn mit dem Kauf der Milch der Tiere und deren Fleisch sichert man die Existenz der Höfe, die die Limpurger halten und züchten.

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