Planung Viel Geld ist nötig, um Gaildorfs alte Schulgebäude zu erhalten

Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 11.04.2018

So ist’s vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung beschlossen worden: Die Schloss-Realschule und das Schenk-von-Limpurg-Gymnasium werden das Investitionsprogramm der Stadt Gaildorf in den kommenden Jahren bestimmen. Die beiden jahrzehntealten Gebäude im Schlosspark müssen grundlegend saniert werden (wir haben berichtet). Förderanträge dazu sind gestellt. Aber auch die anderen städtischen Schulen bedürfen einer umfassenden Frischzellenkur. Bis zu 20 Millionen Euro wären für sämtliche ins Auge gefassten Vorhaben nötig.

Weitere Untersuchungen

Weil die Zeit – außer im Fall Gymnasium und Realschule – hier nicht drängt, will die Stadtverwaltung weitere Untersuchungen anstellen lassen, um den tatsächlichen Sanierungsbedarf und vor allem die Kosten zu ermitteln. „Unabweisbar“ sei die Notwendigkeit, den Nordflügel der Parkschule auf Vordermann zu bringen – auch mit Blick auf den Zustand des Lehrschwimmbeckens, dessen Sanierung unmittelbar bevorsteht. Nun sollen die vor einigen Jahren angestellten Voruntersuchungen – damals war man von Kosten in Höhe von rund einer Million Euro ausgegangen – konkretisiert werden.

Wirtschaftlichkeit prüfen

Sobald die Ergebnisse vorliegen, muss der Gemeinderat im Herbst entscheiden, wie es weitergeht – und darüber, ob entsprechende Fördermittel beantragt werden sollen. In diesem Zusammenhang möchte die Stadt auch prüfen, ob es wirtschaftlich ist, den 35 Jahre alten südwestlichen Gebäudeteil miteinzubeziehen.

Mit den Untersuchungen  wird per Ratsbeschluss das Architekturbüro Diederich  in Münster beauftragt. Diederich hatte bereits besagte Voruntersuchungen angestellt, die nun als Grundlage für die weitere Planung dienen.

In ähnlicher Weise wird mit der Sanierungsplanung für die übrigen Schulgebäude verfahren. In Ottendorf wurde die Schule 2009 und 2010 nach Plänen des Haller Architekturbüros Kraft und Kraft bereits teilweise saniert und energetisch „fit“ gemacht. Das Kraft-Team soll nun auch die Voruntersuchungen, die für einen Förderantrag nötig sind, in die Hand nehmen.

Für Eutendorf, wo das Schulgebäude auf dem Hohbühl auch in Teilen bereits saniert ist, will die Stadt bis zum Abschluss der Beratungen über die Schulentwicklungsplanung – diese sind für Juni terminiert – zuwarten und danach gegebenenfalls die bisher schon dort tätig gewesenen Architekturbüros Schoch (Mainhardt und Gaildorf) und Schock (Gaildorf) mit weiteren Planungsschritten beauftragen.

Etwas komplizierter verhält es sich mit der Bühläckerschule in Unterrot, die in zwei Abschnitten weitgehend saniert wurde, fachlich betreut durch das Architekturbüro Diederich. Dennoch besteht auch hier weiterer Sanierungsbedarf, wie es in einem Arbeitspapier der Stadtverwaltung zur jüngsten Ratssitzung heißt. Einzelne Arbeiten müssen aus technischen Gründen bereits im Zusammenhang mit dem laufenden Umbau des Gebäudekomplexes für das Bildungszentrum erledigt werden. Das Architekturbüro Munz ermittelte im Auftrag der Stadt, wie hoch die nach den Vorgaben des Schulsanierungsprogramms förderfähigen Kosten für die restliche Sanierung sind.

Die Kostenschätzung habe, so die Stadtverwaltung, einen Bedarf an Finanzmitteln in Höhe von rund 450 000 Euro ergeben. Nach derzeitigem Stand wäre mit einer Förderung von etwa 150 000 Euro zu rechnen.

Kein separater Förderantrag

Der Gemeinderat folgte schließlich der Empfehlung der Verwaltung, für die Bühläckerschule in Unterrot „lediglich die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Projekt Bildungszentrum stehenden weiteren Maßnahmen auszuführen.“ Ein separater Förderantrag nach dem Schulsanierungsprogramm wird deshalb nicht gestellt.