Mit dem 15. Kinder- und Jugendbericht hat die Bundesregierung untersucht, unter welchen Rahmenbedingungen Kinder in Deutschland aufwachsen. Dabei geht es auch um die Einflüsse von Digitalisierung, demografische Entwicklung und Globalisierung. Das Thema soll auch auf lokaler Ebene behandelt werden. Aus diesem Grund wurde in Gaildorf das Jugendforum geschaffen.

An der zweiten Veranstaltung dieser Art beteiligten sich Ende Februar rund 100 Jugendliche. Unter ihnen waren mehrheitlich Gaildorfer Schüler. Das Jugendforum sei als Auftaktveranstaltung für eine verstärkte Jugendbeteiligung in der Stadt gedacht, erläutert Pia Dahlinger. Sinn und Zweck sei, bei den Jugendlichen Vertrauen zu entwickeln und ihnen zu vermitteln, dass ihre Stimme zählt. Unterstützt werde die Idee von der Jugendstiftung Baden-Württemberg.

Das Konzept hat Erfolg, freut man sich im Rathaus. Reihten sich 2018 noch viele Jugendliche bei der Aussage „Gaildorf ist blöd“ ein, seien es ein Jahr später nur noch vereinzelte gewesen. Das liege auch daran, dass die Stadtverwaltung einiges in Angriff genommen habe, so die Bilanz der Verwaltung.

Bürgermeister Frank Zimmermann konnte beim zweiten Gaildorfer Jugendforum Vollzug melden bei der Einrichtung des freien, öffentlichen Internetzugangs in der Innenstadt sowie im Freibad auf dem Kieselberg. Das Jugendhaus, das noch in diesem Jahr eröffnet werden soll, bezeichnet er als Meilenstein.

Eine wesentliche Erkenntnis aus dem Jugendforum ist nach Betrachtung von Pia Dahlinger der Bedarf der Jugendlichen nach einem leistungsfähigen Zugang zu Bildschirmmedien. Konkret wünschen sich viele ein stärkeres Drahtlosnetzwerk mit größerer Übertragungsbandbreite und der Möglichkeit, dass viele das Angebot gleichzeitig nutzen können. Mit Äußerungen wie diesen, so die Jugendreferentin, „füllt sich das Konzept der Jugendbeteiligung mit Leben“.

Im Jugendreferat ist man auch daran interessiert, dass sich Jugendliche und junge Heranwachsende aktiv am politischen Leben beteiligen. Bei der anstehenden Kommunalwahl können schließlich Jugendliche ab 16 Jahren abstimmen. Für die Zielgruppe der 16- bis 25-Jährigen sei ein Wahlforum in der Variante eines Kandidatenchecks geplant. Diese „weitere Form der Jugendbeteiligung“ soll Anfang Mai angeboten werden.

Gute Resonanz beim Jugendforum

Bürgermeister Frank Zimmermann und die Mitglieder des Gemeinderates freuen sich über das Interesse der Jugendlichen, sich am öffentlichen Leben mit Wort und Tat zu beteiligen. Stadträtin Christine Schlögl meinte beim Jugendforum: „Ich fand es ganz toll, dass sich gleich zwei Gruppen für einen sauberen Park und mehr Grünflächen stark gemacht haben.“ Stadtrat Matthias Rebel ergänzt: „Toll war die Bereitschaft der Jugendlichen, bei der Umsetzung der Ideen auch selbst Hand anzulegen.“

Das könnte dich auch interessieren: