Gaildorf Verbrechensrate deutlich rückgängig

Gaildorf / Richard Färber 22.08.2018
Für Gaildorf verzeichnet die Polizei einen Rückgang der Straftaten um nahezu 25 Prozent. Die Krimininalitätsbelastung sinkt auf einen historischen Tiefstwert.

Am Tatort Gaildorf ist es ruhiger geworden. Die Zahl der Straftaten ist zwischen 2016 und 2017 um nahezu 25 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik 402 Delikte erfasst, im Vorjahr waren es noch 526. Die Aufklärungsquote lag mit 295 Fällen bei 73,4 Prozent. Diese Entwicklung ist insofern bemerkenswert, als die absolute Zahl der Straftaten in den letzten Jahren immer deutlich über der 500er-Marke lag. Ein Höchststand war 2013 mit 593 Delikten erreicht.

Entsprechend ist auch die Kriminalitätsbelastung gesunken. Sie wird mit der sogenannten „Häufigkeitszahl“ dargestellt.  Dafür wird die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Für Gaildorf liegt diese Häufigkeitszahl bei 3300, dem niedrigsten Wert, der für die Stadt bisher ermittelt wurde. Der Landesdurchschnitt liegt aktuell bei  5295. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen mit den Landkreisen Ostalb, Rems-Murr und Schwäbisch Hall ist die Häufigkeitszahl von 4288 auf 4055 zurückgegangen; im Bereich des Schwäbisch Haller Reviers liegt sie bei 3243.

Weniger Diebstahl und Betrug

Deutlich zurückgegangen sind in Gaildorf die Diebstahlsdelikte. 94 Fälle, darunter drei Wohnungseinbrüche, wurden 2017 registriert; im Vorjahr waren es 138. Auch betrogen wird weniger: 56 Fälle sind registriert, der Rückgang beträgt 20 Prozent. Betrug, das Erschleichen von Leistungen und Unterschlagungen sind unter „Vermögens- und Fälschungsdelikte“ zusammengefasst. Hier ergab sich ein Rückgang von 198 auf 73 Fälle.

Geprügelt wird hingegen wie immer. 74 „Rohheitsdelikte“ listet die Polizei auf, zwei weniger als im Vorjahr. Zu den Rohheitsdelikten gehören auch Raub und räuberische Erpressung sowie alle Arten der Körperverletzung.

Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat sich von vier auf sieben erhöht, wobei aus der Statistik nicht hervorgeht, inwieweit sich dabei die veränderte Gesetzeslage ausgewirkt hat. Im Bereich des Präsidiums  ist diese Auswirkung deutlich zu erkennen. Dort wurden 373 Sexualdelikte registriert. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von knapp 40 Prozent.

Sprung nach oben

Die Gaildorfer Statistik macht hingegen im Bereich der Rauschgiftkriminalität  einen Sprung nach oben. Wurde im Jahr 2016 noch in 22 Fällen ermittelt, waren es ein Jahr später 53. Einen großen Anteil dürften dabei freilich auch die Ermittlungserfolge gegen eine Gruppe von Rauschgifthändlern aus dem Limpurger Land gehabt haben. Da ihnen zum Teil mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt wurden, erhöht sich auch die Zahl der Fälle pro Person. Hinzu kommt, dass im Zuge der Ermittlungen auch etliche „Kunden“ aktenkundig wurden, gegen die dann ebenfalls ermittelt wurde.

Die Zahlen der Kriminalitätsstatistik stellen keine juristisch abgeschlossenen Fälle dar, sondern die Ermittlungsergebnisse der Polizei, wie sie an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden. Aus diesem Grund ist darin auch nicht von Tätern, sondern ausschließlich von Tatverdächtigen die Rede. In Gaildorf handelt es sich um 232 Personen, 190 davon sind Erwachsene. Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden bis 21 Jahre beträgt 18,1 Prozent. 71 der Tatverdächtigen sind „Nichtdeutsche“.

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