Bilanz Unwucht in der Urlaubszeit

Ein Schweißer bei der Arbeit. Im Bereich Produktion und Fertigung bleibt die Relation von Arbeitslosen zu offenen Stellen stabil.
Ein Schweißer bei der Arbeit. Im Bereich Produktion und Fertigung bleibt die Relation von Arbeitslosen zu offenen Stellen stabil. © Foto: dpa
Aalen / swp 01.09.2018

Die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg ist im August saisonbedingt um 677 auf 7972 Personen angestiegen. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel mit 9,3 Prozent sowohl im Vergleich zu Baden-Württemberg als auch zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre stärker aus als erwartet. „Und trotzdem können wir konstatieren, dass wir seit über 27 Jahren keine so niedrige Zahl an Arbeitslosen in einem August hatten wie in diesem Jahr“, kommentiert Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur, die aktuelle Situation.

Die Hauptursache für den Anstieg in den Sommermonaten sind wie in jedem Jahr diejenigen Absolventen, die nach Beendigung ihrer Ausbildung oder ihres Studiums nicht unmittelbar eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen. Auch auslaufende Zeitverträge und wenige Einstellungen in der Urlaubszeit sind ursächlich für den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Berichtsmonat.

1100 neue Stellen

Letzteres spiegelt sich auch in den rückläufigen Zahlen der neu zur Besetzung gemeldeten Stellen wider. Mit 1100 Stellen liegt Ostwürttemberg um 11,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Baden-Württemberg hat im Vergleich zum August des Vorjahres dagegen nur einen Rückgang von 7,4 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt standen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter im August 4813 gemeldete Arbeitsstellen für Vermittlungen zur Verfügung.

Auch wenn die neu gemeldeten Stellen aktuell rückläufig sind, ist die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in Ostwürttemberg weiterhin hoch. Das Verhältnis zwischen gemeldeten Stellen und Arbeitslosen in Ostwürttemberg hat sich allerdings sehr unterschiedlich entwickelt.

Positiv entwickelte sich im Berichtsmonat – rein quantitativ betrachtet – die Marktsituation in den Bereichen Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung. Die Relation von 3,0 Arbeitslosen pro offener Stelle verbesserte sich dort auf 2,7. Im Bereich Produktion und Fertigung blieb die Relation stabil: Das Verhältnis liegt nach wie vor bei 1,3. In allen anderen Bereichen hat sich die Situation zuungunsten der Arbeitslosen entwickelt. Insgesamt kamen auf jede offene Stelle rein rechnerisch 2,2 Arbeitslose. Vor Jahresfrist waren es noch 2,0 Arbeitslose.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im August waren alle Personengruppen betroffen. Den stärksten Zuwachs gibt es bei den unter 25-Jährigen, er beträgt 31,7 Prozent. 1001 Personen aus dieser Altersgruppe sind arbeitslos. Auch in den anderen Personengruppen gibt es einen leichten Anstieg zu verzeichnen.

Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen erhöhte sich um 150 auf 2150 Menschen, was einem Anstieg um 7,8 Prozent gegenüber Juli entspricht. Bedingt ist dies durch die Situation im Bereich Flucht und Asyl. Endende Sprach- und Integrationskurse führen zu einem Zuwachs auf dem Arbeitsmarkt.

Sehr verhalten zeigte sich auch die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl erhöhte sich im August um 27 auf 2218 Personen. Im Versicherungsbereich (Arbeitslosengeld 1) stieg die Zahl zum ersten Mal seit drei Jahren. Insgesamt belief sich der Anstieg in Ostwürttemberg auf 1,2 Prozent, während Baden-Württemberg nur ein Plus von 0,8 Prozent verzeichnet.

„Da die fundamentalen Daten des Marktes stimmen und die Auftragsbücher der Unternehmen in unserer Region gut gefüllt sind, gehen wir in den kommenden Monaten wieder von einer deutlichen Reduzierung der Arbeitslosigkeit aus“, so Zillert.

Die wichtigsten Zahlen in Kürze

Arbeitslosenzahl
Ostwürttemberg 7972
(Vorjahresmonat: 9120)
Ostalbkreis 5128
(Vorjahresmonat: 5645)
Landkreis Heidenheim 2844
(Vorjahresmonat: 3475)

Arbeitslosenquote
Ostwürttemberg 3,2%
(Vorjahresmonat: 3,7%)
Ostalbkreis 2,9%
(Vorjahresmonat: 3,2%)
Landkreis Heidenheim 3,9%
(Vorjahresmonat: 4,8%)

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