Die Tischtennisabteilung des TSV Untergröningen feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, die Anfänge gehen aber noch etwas weiter zurück: Zu Beginn der 60er-Jahre begann die katholische Jugend in der Jungschar um Norbert Henninger im Schloss Untergröningen das Spiel mit der kleinen weißen Zelluloidkugel. Zu diesen ersten Aktiven gehörten neben Norbert Henninger Heinrich Haldenwanger, Xaver Eberhardt, Michael Tauscher und Heinrich Haas. Gespielt wurde damals vom frühen Abend bis in die frühen Morgenstunden im Schloss.
 

Es entwickelte sich eine größere Gruppe und 1964 wurde beim TSV Untergröningen eine Tischtennisabteilung gegründet. Neues Trainingsquartier war, nachdem man den Platz im Schloss räumen musste, für kurze Zeit der Saal des Gasthauses „Ochsen“. Danach wurde in den Fabrikhallen der Firma Grau + Wagenblast gespielt. Dort musste vor jedem Übungsabend erst aufgeräumt werden, um Platz zu schaffen für die Tischtennisplatten – wobei die TT-Abteilung zu dieser Zeit nur zwei Platten besaß. Eine stammte aus den Anfängen in den Schlossräumen, die zweite Platte wurde durch den Firmeninhaber Hans Grau selbst angeschafft. Nach diesen spielerischen Anfängen wurde die TT-Abteilung des TSV Untergröningen am 26. August 1965 Mitglied im Tischtennis-Verband. Mit einer Herrenmannschaft nahm der TSV erstmals in der Saison 1965/66 am Spielbetrieb teil. Zur Mannschaft gehörten Norbert Henninger, R. Gerlach, Heinrich Haldenwanger, Xaver Eberhardt, Heinrich Haas und Michael Tauscher sowie H. Lukas, Klaus Strangfeld, Hans Kircher, Hubert Görgl, Heinrich Kunz und Martin Rosner.

Heimspiele und Training fanden nun im Saal des Gasthauses „Zum Lamm“ statt. Dort konnten gleichzeitig mehrere Platten, die durch Spenden der Spieler angeschafft wurden, aufgestellt werden. Wenn der Saal allerdings anderweitig belegt war, mussten die Spieler in die früheren Räume im Schloss ausweichen. Schließlich erlaubte Heinz Layer, Vorsitzender des TSV und Bürgermeister von Untergröningen, das Erdgeschoss der Schule zu nutzen. Der Übungs- und Spielbetrieb wurde auf dem Flur und in den unteren Klassenräumen ausgetragen. Damit war der Grundstein für den Leistungssport gelegt. Es gab nun endlich den Platz, der für einen geregelten Betrieb nötig war.

Wilhelm Dyrschka leitete ab 1966 die Abteilung. Seine Arbeit prägte diese für viele Jahre. Viele „seiner“ Spieler konnten sich in den höchsten Spielklassen in Württemberg etablieren. Unter ihm wurde begonnen, das Augenmerk auf die Jugend zu legen. Bereits im Jahr 1968 wurde erstmals ein Trainer angestellt, es gab mehrere Übungsabende in der Woche. 1969 wurde eine zweite Herrenmannschaft angemeldet, die ersten Jugendmannschaften folgten 1971.

Nun wurden selbst die Schulräume zu klein, da durchschnittlich 80 Spieler zum Training kamen. Mit der Turn- und Festhalle standen ab 1976 ideale Trainingsbedingungen zur Verfügung. Dies zeigte sich auch am sportlichen Erfolg. Die Herren stiegen auf bis in die Bezirksklasse, die Jungen (Udo Mangold, Wolfgang Winter, Axel Kunik, Wilfried Horlacher, Adelbert Wengert und Stefan Bareiß) wie auch die Mädchen (Claudia Schmidt, Petra Hammer, Sabine Kunz und Petra Fuchs) spielten in der höchsten Spielklasse für Jugendmannschaften. 1981 ging die Ära des Mister Tischtennis, Wilhelm Dyrschka, zu Ende. Nach über 14 Jahren übergab er die Abteilungsleitung an Peter Hirsch.

Dem Aufstieg in die Landesliga folgt der große Knall

Es war auch die Zeit des bis dato größten Erfolgs: Udo Mangold, Josef Deigner, Peter Hisch, Rudi Strauch, Herbert Apprich und Berno Henninger schafften den Aufstieg in die Landesliga. Dann folgte der große Knall: Spieler und Mitarbeiter verließen den Verein, die Herren stiegen drei Mal in Folge ab.
Unbeeindruckt davon bildeten die ehemaligen Jugendspielerinnen ein Damenteam, das jedes Jahr eine Klasse höher stieg und sich in der Landesliga etablierte. Xaver Eberhardt schaffte vollends die Wende. Nach langer Durststrecke nahmen in der Saison 1985/86 sieben Mannschaften am Spielbetrieb teil. Es begann wieder die Zeit der Aufstiege, auch bei den Herren. 1987 schafften die Damen den Aufstieg in die Verbandsliga. 1988 übernahm Gero Henninger die Abteilungsleitung, die nun mit zehn Teams am Spielbetrieb teilnahm.
Die Entwicklung bei den Damen ging weiter bergauf: 1993 bis in die Regionalliga Süd. Als es nicht so gut lief, versuchte man mit einer rumänischen (bezahlten) Spielerin noch den Klassenerhalt zu schaffen, was jedoch misslang. Schwangerschaftspausen oder berufliche Veränderungen sorgten nun für einen „Niedergang“ bis in die Landesliga. Nicht nur die „Klasse“, auch die „Masse“ wurde weniger, so dass zeitweise nur noch ein Damenteam gemeldet werden konnte. Es war fraglich, ob es überhaupt weitergehen würde. 1998 wurde Frank Hammer neuer Abteilungsleiter (und ist es bis heute). 2004 war bei den Damen die Trendwende geschafft: Aufstieg in die Verbandsklasse und dann in die Verbandsliga. Zudem konnten weitere Damenteams gemeldet werden. Stets dabei: Petra Henninger (geb. Hammer), sie spielte mit Ausnahme von zwei
Schwangerschaftspausen während der kompletten Zeit und hat die Mannschaft auch zusammengehalten.
Auch bei den Herren ging es Anfang der 1990er steil bergauf, bis in die Verbandsliga. Der Erfolg war aber im Gegensatz zu den Damen nicht nur durch „Eigengewächse“ zustande gekommen, sondern auch durch einige Spieler aus umliegenden Vereinen. Als der Erfolg ausblieb, gingen diese. Mit Untergröningen ging es abwärts. 2002 konnte keine Herrenmannschaft mehr gemeldet werden. Es waren nicht genügend Spieler da. 2004 mobilisierte Xaver Eberhardt wieder einige Spieler und es konnte in der niedrigsten Spielklasse wieder eine Mannschaft gemeldet werden. Dieser Aufwärtstrend führte 2014 bis in die Bezirksklasse.

Lag in der 1990er Jahren das Hauptaugenmerk auf den aktiven Damen und Herren, forcierte Xaver Eberhardt zusammen mit Petra und Gero Henninger die Jugendarbeit. Bald wurde zwei Mal die Woche trainiert. Die Erfolge stellten sich dadurch schnell ein, besonders bei den Mädchen. Sie schafften den Aufstieg in die Verbandsklasse (höchste Klasse) und wurden 2011 baden-württembergischer Mannschaftsmeister.