Gaildorf / Klaus Michael Oßwald  Uhr
Das Land kündigt für 2019 eine weitere Gartenschau-Vergaberunde an. Details sind noch nicht bekannt. Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann spricht sich für eine erneute Bewerbung aus.

Etwas mehr als ein Jahr ist vergangen seit der denkwürdigen Ratssitzung im Wurmbrandsaal des Gaildorfer Alten Schlosses: An jenem 27. September 2017 hatte der Gemeinderat einen nicht alltäglichen Beschluss zur künftigen Entwicklung der Stadt gefasst. Dessen Folgen sollten – wenn viele damit zusammenhängende Aufgaben gelöst sind – so weitreichend wie nie zuvor greifen. Es ging um die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“ und die Bewerbung Gaildorfs als Ausrichter eines sogenannten Grünprojekts, einer „kleinen Gartenschau“ für 2027 oder 2029.

Noch keine Details bekannt

Die damalige Euphorie erhielt zwar im Frühsommer dieses Jahres einen Dämpfer. Denn am Ende des Instanzenwegs hatte Gaildorfs Bewerbung – wie üblich ohne Begründung – das Nachsehen. Bad Urach für 2027 und Vaihingen/Enz für 2029 hatten die Nase vorn. Der Traum von einer Gaildorfer Gartenschau indes ist nicht ausgeträumt: Kein Zweifel, „wir wollen uns wieder bewerben“, sagt Bürgermeister Frank Zimmermann auf Anfrage. Die Verwaltungsspitze sei bereit für eine neue Bewerbung. Zimmermann verweist jedoch auf den Gemeinderat, der in dieser Angelegenheit das letzte Wort hat.

Der Ministerrat hat gesprochen: Gaildorf kommt für die Jahre 2027 oder 2029 bei der kleinen Gartenschau nicht zum Zug.

Über Details der neuen Ausschreibungsmodalitäten oder einen Terminplan ist auf dem Rathaus bis dato noch nichts bekannt. Fest steht: Im Zusammenhang mit der Entscheidung durch den Ministerrat hatte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz angekündigt, dass bereits 2019 „eine weitere Ausschreibung für die Landesgartenschauen und Gartenschauen für den Zeitraum 2031 bis 2035“ kommen werde.

Warum Gaildorf in der jüngsten Vergaberunde nicht zum Zug kam, liegt nach Ansicht von Beobachtern nicht an der Qualität der Bewerbung, zumal die beteiligten Planungskapazitäten auf eine gewisse Gartenschau-Erfahrung bauen können. Vielmehr wird das Scheitern auf einen Unsicherheitsfaktor zurückgeführt, den die Stadt nicht zu verantworten hat: Das Jahrhundertprojekt Umgehungsstraße befindet sich in einem für die weitere Stadtentwicklung ungünstigen Stadium. Eine Fertigstellung der Ortsumgehung bis zur Gartenschau 2027 hätte nämlich eine knallharte Punktlandung erfordert.

Die Zukunftswerkstatt will Vorschläge des Masterplans umsetzen. Ein Schwerpunkt ist die Attraktivität des Freibads.

Innerhalb der Gartenschau-Bewertungskommission, die am 25. April in Gaildorf zu Gast war, hatte dieses Thema für viel Gesprächsstoff gesorgt. Zweifel waren laut geworden, ob das Ganze – Gartenschau mit Stadtsanierung und Umgehungsstraße – bis 2027 oder 2029 überhaupt zu schaffen sein werde.

Umgehungsvarianten geprüft

Nun ist das keineswegs glanzlose Scheitern der Bewerbung Schnee von gestern. Bürgermeister Frank Zimmermann blickt nach vorne und hofft, dass das fürs kommende Frühjahr vom Regierungspräsidium angekündigte Ergebnis der Variantenuntersuchung vorliegt: Bekanntlich lässt die Behörde nicht nur die ursprüngliche Tunnellösung für den Bau der Umgehungsstraße prüfen, sondern vorsorglich auch eine oberirdische Variante auf dem Kocherdamm. Letzterer Lösungsvorschlag ist innerhalb der Stadt bereits auf heftige Kritik gestoßen.

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Land: 700 Hektar Freiräume gestaltet

Was Gartenschauen bewirken, belegt die Landesregierung mit Zahlen: Seit 1980 konnten mehr als 700 Hektar Freiräume gestaltet und als dauerhafte Grünzone im Wohnumfeld gesichert werden. Das Land hat hierfür fast 100 Millionen Euro als zweckgebundene Investitionszuschüsse beigesteuert. Zusätzlich wurde in die Infrastruktur sowie in Bereiche wie Hochwasserschutz und Stadtsanierung investiert.